"Die Bemühungen, diese Landschaft zu sichern, entsprechen aber nicht ihrer Bedeutung", fügte er an. Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) sieht die Industriekultur im Freistaat als "ebenso identitätsstiftend wie beispielsweise das Grüne Gewölbe", wie es in einer Mitteilung am Freitag hieß. Zu ihrer Sicherung brauche es eine tragfähige Lösung, bei der Sachsen einen maßgeblichen Finanzierungsanteil tragen solle. "Dafür werden wir in den kommenden Jahren zu sorgen haben", sagte sie. Die FDP forderte Handlungssicherheit für die sächsischen Industriemuseen. "Die Errichtung eines Landesmuseums muss konstruktiv angegangen werden", sagte der kulturpolitische Fraktionssprecher Andreas Schmalfuß laut einer Mitteilung. Von diesem Samstag bis Montag treffen sich 150 Museumsfachleute aus Sachsen, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen zur Jahrestagung des Sächsischen Museumsbundes in Riesa. Am Samstag beginnt außerdem eine Fachtagung der Kulturstiftung Sachsen zum Thema Industriekultur. Der Zweckverband Sächsisches Industriemuseum, dem bislang vier Einrichtungen angehören, solle sich für weitere Institutionen öffnen, "zum Beispiel für das Kraftwerk Hirschfelde", sagte Reichert. In dem Verband sind das Chemnitzer Industriemuseum, das Westsächsische Textilmuseum in Crimmitschau, die Zinngrube Ehrenfriedersdorf und die Energiefabrik Knappenrode vereint. Stange will den Verband stärker profilieren. Er könne als Basis für ein Kompetenzzentrum Industriekultur weiterentwickelt werden. Der Freistaat war bis 2004 selbst Mitglied des Zweckverbandes und hatte nach seinem Ausscheiden die Zuschüsse um jährlich sieben Prozent gekürzt. Sie sollen von rund 883 000 Euro im Jahr 2007 bis 2010 auf etwa 711 000 Euro sinken. "Es ist aber nicht so, dass die Bedeutung sächsischer Industriekultur pro Jahr auch um sieben Prozent sinkt - sie nimmt zu", sagte Reichert. Stange begrüßte einen Landtagsbeschluss, der dem Verband bis Ende nächsten Jahres 960 000 Euro zusätzlich für Projekte sichert. Die für April angekündigte Museumskonzeption umfasst die Museen in Trägerschaft des Kunstministeriums. Um die Zukunft der anderen Museen zu planen, sei der Museumsbund in Gesprächen mit dem Sächsischen Städte- und Gemeindetag, sagte Reichert. Stange kündigte an, dass die Konzeption auch das gemeinsame Engagement von Kommunen, Land, Wirtschaft und Sponsoren mit Blick auf die Industriekultur thematisieren werde. dpa/mb