Danach aber ist zumindest in Brandenburg Schluss. Denn wer sich in dem Bundesland für den Wahlausgang interessierte, hatte als einzig mögliche Quelle das Internet und landete dort zumeist bei der Ansage, dass "Wartungsarbeiten" durchgeführt werden. Da hätte man ja so auf Gedanken kommen können, wenn jetzt der Absturz der Christdemokraten schon als Wartung des politischen Systems verkauft wird. Gestern hieß es dann, das System sei überlastet - natürlich nur das vom Computer, nicht das politische.

Bei einigen der Politiker, die in Potsdam auf diesen missratenen Nachweis staatlicher Effizienz hingewiesen wurden, hatte man den Eindruck, dass ihnen das Schweigen über die Wahlergebnisse ganz gelegen kam. CDU-Chef Junghanns wollte keinesfalls sagen, was ihm sein verantwortlicher Parteifreund und Innenminister Jörg Schönbohm dazu erzählt hatte und behandelte die ganze Angelegenheit mit äußerster Diskretion. Auch Matthias Platzeck (SPD) zeigte sich nur verhalten ungehalten und erwähnte entschuldigend den Umstand, dass dergleichen ja nicht das erste Mal passiere.

Der Brandenburger kann jetzt nur hoffen, dass der fehlende Zugriff auf die Ergebnisse von Wahlen nicht zum hiesigen Gewohnheitsrecht wird. In Zimbabwe hat man ja vor kurzem Erfahrungen gesammelt mit Wartungsarbeiten, die dann gleich zur Machtfrage werden. Aber dort brauchte es erst ein paar Jahrzehnte Alleinherrschaft. So gesehen sind die Potsdamer immer noch ganz schön schnell.