Er gehe aber davon aus, dass die abschließende Bewertung der Affäre durch die Landesregierung "noch in diesem Jahr erfolgen kann". Derzeit müssen laut Appel noch 115 beanstandete Entschädigungszahlungen für getrennten Wohn- und Arbeitsort an Landesbedienstete von Ministerien geklärt werden. Die meisten davon, nämlich 94, entfallen auf das Justizministerium, wo es auch die meisten Beanstandungen gab: über 400.
Nach Angaben von Appel sind bisher 1009 von externen Kommissionen beziehungsweise dem Landesrechnungshof beanstandete Fälle abschließend bearbeitet worden. In 799 Fällen wurden die Aktendeckel ohne Rückforderungen geschlossen. Den eingestellten Verfahren stehen 210 Rückforderungsbescheide gegenüber - die meisten im Hochschulministerium (85) und im Justizministerium (83).
Insgesamt hat die Landesregierung bisher 1,64 Millionen Euro zu Unrecht gezahlte Entschädigungen zurückgefordert. Die betroffenen Beamten tun sich jedoch schwer damit. Erst knapp 200 000 Euro seien bisher tatsächlich in die Landeskasse geflossen, so Appel. Nach seinen Angaben haben bisher 26 Betroffene Klagen gegen die Rückforderungen eingereicht, dabei geht es um eine Rückforderungssumme von 243 300 Euro. Die Landesregierung rechnet jedoch mit weiteren Klagen. Wie das Verwaltungsgericht mitteilte, sollen die bisher eingegangenen Klagen gegen die Rückforderung von Trennungsgeld im kommenden Jahr verhandelt werden.
Die Affäre, die bundesweit einmalig ist, war im Sommer 2003 durch Vorwürfe gegen den Ex-Justiz-Staatssekretär Gustav-Adolf Stange ausgelöst worden. Die damalige Justizministerin Barbara Richstein (CDU) setzte daraufhin eine externe Kommission unter Vorsitz des früheren Bundesrichters Paul Schwarz ein, die im Justizministerium bei der Bewilligung und Zahlung von Trennungsgeld zahlreiche Verstöße gegen geltendes Recht feststellte. Unter denen, die zu Unrecht Trennungsgeld kassiert haben, waren auch hochrangige Richter und Behördenchefs. Eine weitere externe Kommission unter Leitung des Trennungsgeld-Experten Wolfhart Schulz, die alle Ministerien überprüfte, beanstandete zahlreiche weitere Zahlungen.
Schließlich hat auch der Rechnungshof die Trennungsgeld-Zahlungen in Brandenburg unter die Lupe genommen und weitere unrechtmäßige Zahlungen festgestellt. Ursache sind vor allem schwere Mängel bei der Überprüfung und Bewilligung der Anträge durch die Ministerien und Behörden, aber auch falsche Angaben von Antragstellern, die auf diese Weise Trennungsgeld erschleichen wollten.