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In Syrien-Frage alle Optionen gegen Russland prüfen

Berlin/Aleppo. Die Bundesregierung hat angesichts der andauernden Kriegsgräuel in Syrien Verständnis dafür, dass über alle möglichen Optionen nachgedacht wird – auch über Sanktionen gegen Russland. "Letztlich ist aber das Entscheidende, dass dem Frieden eine Chance gegeben wird", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin auf eine entsprechende Frage. dpa/kr

Das Assad-Regime, Russland und der Iran müssten dafür sorgen, dass die unbeschreiblichen Gräuel in Syrien beendet würden.

Seibert machte zugleich deutlich, dass für die Bundesregierung Hilfe für die Menschen in Syrien und eine politische Lösung Priorität hätten. Ohne eine Waffenruhe werde eine politische Lösung aber nicht möglich sein, bekräftigte er. Man sehe daher auch Russland und den Iran in der Verantwortung, dass diese Gräuel beendet würden. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, sagte, die diplomatischen Bemühungen um die Fortsetzung des politischen Prozesses seien wieder in Gang gekommen.

Indes teilt die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) mit, dass die verbliebenen Kliniken in den Rebellengebieten der nordsyrischen Stadt Aleppo seit Juli mindestens 23-mal angegriffen wurden. Im Osten der Stadt sei der Zugang zu medizinischer Versorgung "extrem begrenzt", erklärte MSF am Freitag. Die acht Kliniken würden von der großen Zahl an Verletzten erdrückt. "Die Menschen sterben sprichwörtlich auf dem Boden der Einrichtungen", so MSF.

Die Rebellengebiete der Stadt hatten in den vergangenen zwei Wochen die heftigsten Angriffe der syrischen und russischen Luftwaffe seit Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2011 erlebt. Die Kliniken in Ost-Aleppo zählten seitdem MSF zufolge mindestens 377 Tote.