Das 25 Millionen Euro teure Projekt soll jährlich rund 200 000 Besucher anlocken. Die Schnee-Bahn in Senftenberg ist die dritte nach den wesentlich größeren in Bottrop und Neuss (Nordrhein-Westfalen). Die ersten Urteile über das neue Angebot waren gemischt: „Super!“, „Schön!“, hieß es oft; andere hielten dagegen die Strecke für zu kurz und zu flach. „Es reicht, um im Sommer ein wenig zu rutschen. Aber mehr ist nicht drin“, meinte eine Besucherin. Manche befanden den künstlichen und deshalb körnigen Schnee für gewöhnungsbedürftig. Ein 27-Jähriger aus Frankfurt (Oder) bemerkte: „Der Schnee ist eben kein Pulverschnee, sondern etwas gefroren.“


Vor zehn Jahren stand Manfred Walla aus dem ostbrandenburgischen Kagel zum letzten Mal auf Skiern. Dann hatte er keine Zeit mehr, um aus dem flachen und schneearmen Brandenburg zum Wedeln in die Alpen zu fahren. Die Piste kommt ihm deshalb gerade recht. „Langsam kriege ich wieder ein Gefühl fürs Skifahren“, erzählt er. Erich Schulz aus der Spreewaldstadt Lübben testete die Piste am Samstag gleich für Mitglieder des Landesskiverbandes. „Für Anfänger ist das eine schöne Sache“, urteilt er schließlich. Die Halle sei auch geeignet, um sich auf einen Winterurlaub vorzubereiten.

Betreiber geben jetzt Vollgas
Einen halben Meter dick liege die weiße Pracht, erzählt Robin Petrick von der Snowtropolis GmbH & Co. KG. Schneekanonen sorgen regelmäßig für Nachschub. Ein Schlepplift und ein Band für Snowboarder ziehen die Wintersportler an die Spitze der Piste. Wer nach der Abfahrt nicht rechtzeitig anhalten kann, landet vor einer mit orangenen Matratzen gepolsterten Wand. Zuschauer können das bunte Treiben durch eine Glaswand von einem beheizten Café aus beobachten. Skiverleih und Skischule sind nur wenige Schritte entfernt.
Petrick zufolge gibt es derzeit 22 feste Arbeitsplätze in der Snowtropolis. „Später sollen es 70 sein.“ Dies hängt natürlich auch davon ab, ob die Halle die Erwartungen erfüllt. Der Leiter der Skischule, Thomas Knöfel, ist aber optimistisch: „Es gibt nichts Vergleichbares in der Region.“ Das Preis-Leistungs-Verhältnis sei besser als bei anderen Skihallen, lobt der gebürtige Dresdner, der 13 Jahre in Österreich arbeitete. Allerdings gebe es jetzt auch kein Zurück mehr: „Wir können nur mit Vollgas nach vorne.“
Skihalle Snowtropolis im Internet: www.snowtropolis.de


Zahlen und Fakten 250 Skiausrüstungen
 Die Skihalle in Senftenberg hat täglich von 9 bis 24 Uhr geöffnet. Der Preis für das Pistenvergnügen hängt von der Dauer des Aufenthalts auf dem künstlichen Hang ab – eine Stunde kostet acht Euro, bei acht Stunden kommt man auf 22 Euro. Wer die Skiausrüstung ausleiht, der muss etwa fünf Euro dafür aufwenden. Um den Bedarf zu decken, hält der Betreiber knapp 250 Ski- und 80 Snowboard-Ausrüstungen für die Interessenten bereit.