Auf Grund des Geburtenrückgangs und der daraus resultierenden Schließung von Schulen ging die Zahl von einst etwa 4000 auf heute rund 2200 zurück, sagte der Leiter des Witaj-Sprachzentrums in Bautzen, Raphael Schäfer. Für etwa 1000 Kinder und Jugendliche ist Sorbisch die Muttersprache im Unterricht. Etwa 1200 lernen die slawische Sprache als Zweit- oder Fremdsprache. In Südbrandenburg nehmen derzeit rund 1600 Schüler am Sorbischunterricht teil, das sind etwa 500 mehr als 1993.
Die Qualität des Sorbisch-Unterricht habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, vor allem für Kinder aus deutschen oder sorbisch-deutschen Familien, sagte Schäfer. Über lange Zeit sei lediglich der so genannte B-Unterricht mit drei Stunden Sorbisch als Zweit- oder Fremdsprache in der Woche üblich gewesen. Nach dem 2001 in Sachsen eingeführten Konzept "2plus" werde die slawische Sprache inzwischen auch im Sachunterricht sowie in Musik, Sport, Kunst oder Werken angewendet.
Laut Schäfer wird 16 Schulen in Ostsachsen deutsch-sorbischer Unterricht nach dem Konzept "2plus" für die zweisprachige Schule angeboten. Zwei Schulen in Südbrandenburg arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip. (dpa/mb)