Der Vorstandschef der Krankenhausgesellschaft Sachsen, Dieter Blaßkiewitz, hat angesichts der alternden Gesellschaft vor steigenden Kosten und fehlenden Fachkräften gewarnt.

Mit den 50 Millionen Euro, die der Freistaat ab 2015 den Häusern für Investitionen geben wolle, lasse sich nicht einmal der Substanzerhalt organisieren, sagte er bei der Eröffnung des Sächsischen Krankenhaustages 2011 am Montag in Dresden. Er appellierte an die Politik, die Krankenhäuser nicht nur als Kosten-, sondern auch als Wirtschaftsfaktor zu sehen. Das Land werde in die Infrastruktur der Häuser weiter investieren, versicherte hingegen Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU). Allerdings müsse das Gesundheitssystem finanzierbar bleiben. Einer Erhöhung von Kassenbeiträgen und dem staatlichen Budget seien Grenzen gesetzt. „Da bleibt nur mehr Effizienz.“ Der Ärztemangel an den Krankenhäusern sei „derzeit noch nicht so brisant“, auch wenn einige Stellen außerhalb der Ballungszentren nicht oder nur sehr zögerlich besetzt werden könnten, sagte Clauß.

Sorge bereite derzeit vor allem die ambulante ärztlich Versorgung. Schon jetzt fehlten viele Haus-, Augen- oder Kinderärzte. „Und das ist erst der Anfang.“ Der Wettbewerb zwischen ambulanten und stationären Einrichtungen um Fachkräfte werde sich verschärfen. Um Hausärzte für ländliche Regionen zu gewinnen, zahle der Freistaat unter anderem Medizinstudenten Studienbeihilfen, sagte Clauß. Um dem Ärztemangel zu begegnen, müsse aber auch die Ausbildung an den Universitäten verändert werden. Er sehe noch keine Konzepte gegen den drohenden Fachkräftemangel an den Krankenhäusern, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Rudolf Köster. Er rief die Universitäten in Dresden und Leipzig auf, mehr Mediziner auszubilden. In Deutschland gebe es derzeit schon viele offene Stellen vor allem in der Chirurgie, der Inneren Medizin und der Psychiatrie.