Nach bisherigen Ermittlungen geht die Polizei bei dem Unglück am Montagmorgen auf einem Eisenbahngleis in Lübbenau von einem Suizid aus. Wie berichtet, war ein 18-Jähriger von einem Güterzug erfasst und getötet worden.

Suizide stehen nur selten im Fokus von Berichterstattungen in den Medien - es sei denn, es besteht ein öffentliches Interesse wie in diesem aktuellen Fall, da durch das Unglück die Bahnlinie Lübbenau-Berlin stundenlang gesperrt werden musste.

Doch wie sieht es generell mit diesem Tabu-Thema in Brandenburg und darüber hinaus aus? Das Land nimmt mit 329 Fällen im Jahr 2015 einen Platz im unteren Drittel aller Bundesländer ein. Im benachbarten Freistaat Sachsen sind es mit 643 Suiziden fast doppelt so viele. Spitzenreiter ist bundesweit Bayern mit 1799 Suiziden.

Der Blick auf die von den Statistikern erfassten Methoden, um selbst aus dem Leben zu scheiden, offenbart, dass Erhängen, Strangulierung oder Ersticken den Spitzenplatz einnimmt. Bei deutschlandweit 10080 Suiziden im Jahr 2015 haben 4513 Menschen diese Methode gewählt. Gefolgt vom "Sturz in die Tiefe" mit 1021 Fällen und Suizid durch Arzneimittel und Drogen mit 756 Fällen.

Wie es diesbezüglich in Brandenburg und Sachsen aussieht und welche Altersgruppen besonders betroffen sind, lesen Sie in der Donnerstag-Ausgabe der Lausitzer Rundschau - und natürlich dann auch hier online.

Hier gibt es Hilfe, bevor es zu spät ist
Als sich die Telefonseelsorge vor mehr als 60 Jahren erstmals an Menschen in scheinbar auswegloser Lage wandte, tat sie das mit dem Satz: "Bevor Ihr Euch umbringt, ruft mich an." Derzeit sprechen berlin-brandenburgweit sieben Prozent der Anrufer am Seelsorgetelefon über Suizid-Absichten. Tendenz: leicht steigend. Am häufigsten, nämlich in 69 Prozent der Gespräche, wird das seelische Befinden thematisiert. In 34 Prozent der Anrufe (Mehrfachnennungen sind möglich) geht es um Probleme mit Familie und Partnerschaft, bei 28 Prozent um Existenz, Finanzen, Ausbildung und Arbeit. Wer in schwierigen Situationen einen anonymen Gesprächspartner braucht, kann rund um die Uhr unter einer der folgenden Telefonnummern anrufen: 0800 1110111 oder 0800 1110222. Der Anruf ist kostenlos.