Die Spreewald–Lichtspiele in Lübben (LDS) sollen zum Jahresende geschlossen werden. Darüber informierte gestern der Betreiber CineStar. Auch das einzige Kino in Hoyerswerda trifft das Aus. Grund sind rückläufige Besucherzahlen.

CineStar-Sprecherin Rebecca Gerth: "Im Wirtschaftsjahr 2006/2007 wurden in deutschen Kinos acht Prozent weniger Besucher gezählt." In Hoyerswerda lag das Minus bei 12,7 Prozent, in Lübben war der Schwund noch dramatischer: 14,9 Prozent Rückgang. Die Sprecherin zur Cottbuser Tageszeitung "20cent": "Diese Zahlen wiegen selbst für ein großes Unternehmen schwer."

Rebecca Gerth: "Uns ist klar, dass Kino gerade auch in kleineren Standorten einen hohen Stellenwert hat." Deshalb werden die Standorte nicht leichtfertig aufgegeben. Das massive Feedback aus Hoyerswerda bestätigt diese Bedenken: "Das Telefon lief heiß, es wird wohl wirklich als Riesenverlust empfunden." Vor allem, weil das Kino erst zehn Jahre alt ist. Zwar gibt es Pläne, den Betrieb zu verlängern, doch die sind noch nicht spruchreif. Rebecca Gerth: "Es muss nicht so sein, dass es in Hoyerwerda nie wieder Kino gibt."

Was aus den Häusern zunächst wird, steht dennoch in den Sternen. Die CineStar–Tochter Neue Filmpalast GmbH hatte die Kinos erst 2003 aus der Insolvenzmasse der pleitegegangenen UFA–Kinos übernommen. Die Immobilien werden an die UFA AG zurückfallen.

Liane Schulz, Kinoleiterin der Lübbener Spreewald–Lichtspiele, ist schockiert: "Ich bin von der Entscheidung völlig überrumpelt."

Auch Dieter Fürst (SPD), Vorsitzender des Kuturausschusses in Lübben, ist entsetzt: "Ich habe mich immer gefreut, von wie vielen Leuten aus der Umgebung die Spreewald–Lichtspiele besucht wurden." An den Autokennzeichen auf dem Parklpatz hätte man es erkennen können. Fürst ist traurig.

Streetworker Michael Becker beklagt den Wegfall der Kultur: "In eine Stadt wie Lübben gehört ein Kino." Es sei doch weit und breit das einzige.