Oft gebe es bei Kindern und Jugendlichen Vorbehalte gegen das Chorsingen. Uncool, heiße es dann. "Doch Singen ist modern", betonte sie. Das Interesse müsse aber bereits in der Kita geweckt werden. Ob Klassik, Volksmusik, Rock oder Pop - das Repertoire der Chöre im Land sei breit und keineswegs altmodisch.

"Gerade läuft wieder ein Aufruf, und junge Sänger werden gesucht", sagte sie. Gehofft werde auf interessierte junge Leute zwischen 16 und etwa 22 Jahren. Wichtig sei zunächst einmal Interesse am Singen und etwas Chorerfahrung. "An der Stimme kann gearbeitet werden", meinte Sander. Oft fehlten aber Notenkenntnisse. "Dafür ist im Musikunterricht an den Schulen offenbar zu wenig Zeit", sagte sie.

Sachsens Musikschulen dagegen legen derzeit ihren Fokus auf eine bessere Ausbildung des Personals und mehr Geld dafür. "Wir haben zu wenige Lehrer und schon heute einen akuten Fachkräftemangel", sagte der Geschäftsführer des Landesverbandes der Musikschulen in Sachsen, Jörg Clemen. Zugleich müssten die beiden Musikhochschulen in Dresden und Leipzig anders ausbilden als noch vor einigen Jahren.