Auch in diesem Schuljahr hat sich der Trend wieder fortgesetzt, wie vom Bildungsministerium vorgelegte aktuelle Zahlen belegen. Beim Anmeldeverfahren für die 7.Klassen der weiterführenden Schulen in Brandenburg haben sich von 13252 Sechstklässlern 47,8 Prozent für ein Gymnasium beworben. Im Vorjahr, wo die Gymnasien ebenfalls Spitzenreiter waren, lag die Quote bereits bei 45,4 Prozent. Im Vergleich dazu gingen die Anmeldungen für die 120 Oberschulen von 37,5 Prozent der Grundschul-Abgänger auf jetzt 35,5 Prozent zurück. In diesen vorläufigen Anmelde-Zahlen sind die Bewerbungen für freie Schulen noch nicht enthalten. In der Summe geht das Potsdamer Bildungsministerium sogar davon aus, dass erstmals "50 Prozent" der Sechstklässler auf die Gymnasien drängen. Die neben den Oberschulen weiter existierenden 33 Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe, an denen auch künftig das Abitur erst n ach 13 Schuljahren abgelegt wird, liegen in der Gunst von Eltern und Schülern mit einer Anwahlquote von 16,7 Prozent der Sechstklässler (Vorjahr 17,1 Prozent) stabil.
Im Land Brandenburg müssen Schüler künftig bessere Leistungen nachweisen, um auf Gymnasien aufgenommen zu werden. Das bestätigte das Brandenburger Bildungsministerium gestern. Ab dem Schuljahr 2008/2009 dürfen Schüler nur dann auf Gymnasien wechseln, wenn die Summe der Noten auf dem Halbjahreszeugnis der 6.Klasse in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch nicht größer als Sieben ist und eine Gymnasialempfehlung der Grundschule mitgebracht wird (die RUNDSCHAU berichtete). "Wir wollen, dass nur geeignete Schüler die Gymnasien besuchen. Denn mit der Einführung des Abiturs nach zwölf Jahren wird dort der Leistungsdruck größer", sagte Ministeriumssprecher Stephan Breiding.
Ziel sei aber auch, den bislang im Ermessen der Schulleiter liegenden Zugang zu Gymnasien "transparenter und einheitlicher" zu gestalten. Wer die Noten und eine Grundschulempfehlung mitbringe, habe künftig ein Anrecht auf Aufnahme am Gymnasium, so Breiding.
Kinder, die nur eine der beiden Voraussetzungen erfüllen, sollen die Chance bekommen, über einen Probeunterricht den Sprung zu schaffen. Details zu diesem Verfahren sind noch offen.