Insgesamt 652 Tonträger habe das Landeskriminalamt (LKA) in den vergangenen zehn Jahren der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gemeldet, teilte das Potsdamer Innenministerium am Montag mit. Dies sei mit Abstand der bundesweite Spitzenwert. Bislang seien mehr als 90 Prozent aller Anträge erfolgreich gewesen.

2014 regte die Polizei an, 57 Tonträger (2013: 63) auf den Index zu setzen. In 41 Fällen (2013: 37) geschah dies bereits; 12 Anträge werden laut Ministerium noch geprüft. Den Schwerpunkt bildete mit 49 Verfahren (2013: 49) erneut rechtsextremistische Musik. 38 CDs der Neonazi-Szene (2013: 28) wurden bereits verboten.

Musik sei ein beliebtes Mittel von Extremisten, junge Leute anzusprechen, hieß es. Diese Art der Verführung müsse durch Aufklärung und Repression verhindert werden, betonte Innenminister Karl-Heinz-Schröter (SPD). Hemmungslose Hetze, Gewaltverherrlichung und rechtsextremistische Hetze seien nicht hinzunehmen.

Laut Verfassungsschutz gibt es 24 rechtsextremistische Bands im Land. Zudem habe sich die Szene an 14 CD-Produktionen beteiligt. Gegen Neonazi-Konzerte gingen Polizei und Verfassungsschutz gezielt vor: Acht von elf Konzerten wurden den Angaben zufolge verhindert. Zuletzt sei dies kurz vor Weihnachten in Gramzow (Uckermark) geschehen.

In den vergangenen zwölf Monaten fielen auch wieder linksextremistische Bands durch Hass- und Gewaltmusik auf. Aus Sicht der LKA-Beamten gehören aus diesem Bereich 6 Tonträger auf den Index. Das ist deutlich weniger als in den Vorjahren: 2013 waren es 13, im Jahr zuvor 12. Insgesamt landeten in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 40 mal linksextremistische Tonträger aus Brandenburg auf der Verbotsliste. Rechtsextremistische Musik fand sich dort bislang 558 mal, gewaltverherrlichendes Material 54 mal wieder.