Pünktlich zum Start des Monats Mai beginnt in vielen Orten Brandenburgs wieder die Freibadsaison - trotz aktuell wenig einladender Witterung. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, erfreuen sich die Bäder bei Einheimischen und Touristen wachsender Beliebtheit. So zum Beispiel das Sport- und Freizeitbad Lagune in Cottbus, das allerdings erst ab Mitte Mai öffnet. „In den letzten Jahren ist die Besucherzahl kontinuierlich gestiegen“, sagte Stadtsprecher Jan Gloßmann. Zuletzt seien zwischen Juni und September 2016 über 65 000 Besucher in der Lagune Cottbus gezählt worden.

Im Seebad der Stadt Prenzlau (Uckermark) steigt die Besucherzahl seit der Landesgartenschau 2013 kontinuierlich, wie eine Stadtsprecherin berichtete. Aktuell liege die Zahl der Badegäste in der Saison bei gut 22 000. In diesem Jahr eröffnet das Bad am 15. Mai. Dann beginnt auch die Saison im Sommerbad Vetschau/Spreewald (Oberspreewald-Lausitz), das jedes Jahr bis zu 15 000 Besucher zählt. Ob die Zahl erreicht wird, hänge aber immer vom Wetter ab, sagte eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung.

Ähnlich erklärte es der Geschäftsführer des Freibads in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark), Markus Schmidt: Je nach Wetterlage besuchten das Freibad zwischen 60 000 und 100 000 Badegäste pro Jahr. Am 1. Mai öffnet das Bad wieder nach siebeneinhalb Monaten Pause.

Schon einen Tag eher beginnt die Saison für die beiden Potsdamer Freibäder, das Waldbad Templin und das Stadtbad Babelsberg. „Im Waldbad Templin gibt es zur Eröffnung ein großes Familienfest“, kündigte Stadtsprecher Jan Brunzlow an. In beiden Bädern gebe es zudem einen Tretbootverleih, im Waldbad Templin sogar eine Wakeboardanlage.

Der nasse Freizeitspaß ist laut der Sprecherin der Tourismus Marketing Brandenburg (TMB), Birgit Kunkel, ein wichtiges Standbein für den Tourismus im Land. „Das Thema Baden spielt insbesondere in den warmen Monaten eine große Rolle“, sagte sie. In einer TMB-Umfrage hätten 15 Prozent der befragten Reisenden ihren Aufenthalt in Brandenburg als „Badeurlaub“, bezeichnet. „Einen höheren Prozentsatz, nämlich 17 Prozent, erhält nur die Kategorie "Urlaub auf dem Land"“, betonte Kunkel. Das Thema Baden sei aber nicht nur für die Übernachtungsgäste, sondern auch für den Tagestourismus extrem wichtig.

Damit die Freibäder weiterhin attraktiv für ihre Gäste bleiben, investieren viele von ihnen kräftig in neue Angebote oder Anlagen. Allein 800 000 Euro waren in den vergangenen Jahren in die Sanierung des Prenzlauer Seebads geflossen, wie die Stadtsprecherin berichtete. „In diesem Jahr wurde im Vorfeld der Saisoneröffnung eine neue Steganlage gebaut“, informierte sie. Die Investitionssumme von rund 320 000 Euro sei ausschließlich aus dem städtischen Haushalt finanziert worden.

In der Lagune Cottbus wird laut Stadtsprecher Jan Gloßmann in diesem Jahr der Beachbereich um fünf Volleyballplätze sowie ein Sanitärgebäude mit Duschen, Toiletten und Umkleidekabinen erweitert. Zudem würden die Becken im Freibad an die Wärmeversorgung des Hallenbades angeschlossen, so dass eine Zuheizung der Becken möglich sei. Für die Maßnahmen in diesem sowie im vergangenen Jahr würden 280 000 Euro investiert.

Im Freibad Kiebitzberge sollen Geschäftsführer Markus Schmidt zufolge nach der Saison 2017 die Badebecken, Wassertechnik und die anliegenden Freiflächen erneuert werden. Deshalb eröffne das Bad im kommenden Jahr auch erst im Juni. Gut vier Millionen Euro würden dafür investiert.

Auswirkungen auf die Eintrittspreise sollen die Sanierungsarbeiten zumindest in Prenzlau nicht haben. „Die Eintrittspreise sind mit 50 Cent für Kinder und zwei Euro für Erwachsene pro Tag äußerst moderat“, betonte die Stadtsprecherin. In der Lagune Cottbus sind die Eintrittspreise allgemein in diesem Jahr um durchschnittlich zwölf Prozent erhöht worden. „Ursächlich hierfür sind nicht die Maßnahmen im Freibad, sondern die Kostenentwicklung im Bereich Personal, Energie und Instandhaltung“, sagte Gloßmann.