"Ich war zu diesem Zeitpunkt nicht Minister", sagt der Finanzminister. Brandenburgs Oppositionsfraktionen sind mit ihrer Befragung von Helmuth Markov zu den umstrittenen Grundstücksgeschäften in Krampnitz und Oranienburg gescheitert. Vor dem Untersuchungsausschuss des Potsdamer Landtags verweigerte der Ressortchef am Dienstag auf Nachfragen der Oppositionsvertreter zu allen Details des umstrittenen Grundstücksdeals rund um den ehemaligen Flugplatz von Oranienburg die Aussage.

Das Gelände war im November 2009 von der Brandenburgischen Boden Gesellschaft (BBG) für einen Preis von 205 000 Euro an ein Unternehmen verkauft worden, an dem auch der frühere BBG-Geschäftsführer Frank Marczinek beteiligt war.

Wenig später wurden Teile des Geländes für acht Millionen Euro an einen Investor, das Unternehmen Rewe, verkauft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deswegen wegen Untreue: Im Raum steht der Vorwurf, dass dem Land Brandenburg Einnahmen in Millionenhöhe entgangen sind, weil das Gelände unter Wert verkauft worden sein soll.

"Ich war in den Verkaufsvorgang nicht involviert, und demzufolge kann ich dazu auch keine Aussagen tätigen", so Markov. Die Beurkundung des Kaufvertrags sei am 2. November 2009 erfolgt, er selbst aber erst am 6. November 2009 in sein Amt gekommen. Auch an der nachfolgenden Zustimmung zum Verkauf sei er nicht beteiligt worden. Am gesamten Verkaufsvorgang vermöge er nichts Unregelmäßiges zu erkennen. Zuvor hatte der Minister allerdings in einem rund 40 Minuten langen, weitläufigen Vortrag teils heftige Vorwürfe an die Adresse von Opposition und Medien gerichtet. "Mein Eindruck ist: Zeugen werden von einigen Mitgliedern dieses Ausschusses nicht als Zeugen, sondern als Angeklagte gesehen und ein Brandenburger Fernsehsender schwingt sich wichtigtuerisch zum Handlanger dieses Agierens auf", so Markov.

Ge stern jedenfalls gelang es der Opposition nicht, Markov zu erschüttern. Selbst als der Fraktionschef von Bündnis 90/Die Grünen, Axel Vogel, aus dem Kaufangebot der Berlin-Brandenburger Flächenentwicklungs GmbH aus dem Mai 2009 zitierte, dass eine der Grundlagen für die Kalkulation des Kaufpreises "der größte Wirtschaftsabschwung seit dem zweiten Weltkrieg" gewesen sei, wollte sich Markov nicht zu einer Bewertung dieser Kalkulation äußern . "Das fragen Sie bitte die, die damals das Angebot bewerten mussten", so Markov. "Das werden wir dann wohl auch tun", so Vogel.