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Immer weniger Fahrlehrer

Cottbus. Drohen künftig lange Wartezeiten in der Fahrschule? Der Interessenverband Deutscher Fahrlehrer schlägt Alarm: Seit Jahren sei die Zahl der Fahrlehrer rückläufig. Außerdem ist die Branche überaltert und der Nachwuchs fehlt. Michèle-Cathrin Zeidler

In Brandenburg sind laut dem Kraftfahrt-Bundesamt aktuell 1740 Fahrlehrer registriert, 12,3 Prozent weniger als vor sechs Jahren. Im Freistaat fällt der Rückgang sogar noch stärker aus: Hier zeigen zurzeit 2012 Fahrlehrer ihren Schützlingen den Weg durch den Straßenverkehr. Vor sechs Jahren waren es noch 20 Prozent mehr.

Die Agentur für Arbeit Bautzen bestätigt einen Engpass für die Region. "Wir haben aktuell fünf Fahrlehrerstellen ausgeschrieben, aber die lassen sich nur schwer besetzen", sagt Pressesprecherin Corinna Franke. Passende Bewerber würden einfach fehlen und die Fahrschulen suchten oftmals deutlich länger als drei Monate nach einer neuen Kraft. Auch in der Agentur für Arbeit Cottbus sind sieben Stellen frei. "Die Sparte ist eher klein, aber der Beruf ist bei Jugendlichen auch nicht so beliebt. Es muss einfach passen", sagt Lars Albrecht, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit im Landkreis Oberspreewald-Lausitz.

Um diese Entwicklung zu bekämpfen, soll die Ausbildung zum Fahrlehrer nun reformiert werden. Angehende Pkw-Fahrlehrer brauchen künftig keinen zusätzlichen Motorrad- und Lkw-Führerschein mehr und das Mindestalter sinkt von 22 auf 21 Jahre. Außerdem wird die Ausbildungsdauer um zwei auf zwölf Monate verlängert. Dabei sollen Fahrlehrer künftig auch in fachlichen und in Lernmethoden besser geschult werden.

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