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| 02:49 Uhr

Immer noch Spuren der Zerstörung nach dem Zugunglück in Hosena

Beim Zusammenstoß zweier Güterzüge wurde in Hosena auch ein Stellwerkerhäuschen eingerissen. Foto: Sattler/sam1
Beim Zusammenstoß zweier Güterzüge wurde in Hosena auch ein Stellwerkerhäuschen eingerissen. Foto: Sattler/sam1 FOTO: Sattler/sam1
Leipzig/Hosena. Nach dem Zugunglück im Bahnhof des Senftenberger Ortsteils Hosena wird es aus Sicht der Deutschen Bahn einige Jahre dauern, bis die Unfallfolgen völlig beseitigt sind. Die größte Herausforderung bestehe darin, das beim Zusammenstoß zweier Güterzüge vor zwei Monaten zerstörte Stellwerk wieder aufzubauen, teilte die Bahn in Leipzig am Donnerstag mit. dpa/ik

Dazu sei die Planung angelaufen.

Ermittlungen laufen

Bei der Kollision Ende Juli waren eine Lok und mehrere Waggons auf einer Bahnhofsweiche entgleist. Ein 54-jähriger Bahnmitarbeiter starb in den Trümmern des Stellwerkes. Der Lokführer des auffahrendes Zuges wurde schwer verletzt und in einem Dresdner Krankenhaus behandelt. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft Cottbus unter anderem wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung.

Der Beschuldigte soll vor der Abfahrt nicht bemerkt haben, dass die Hauptbremsleitung zwischen Lokomotive und Waggons geschlossen war. Er ist nach Angaben seines Arbeitgebers Captrain Deutschland GmbH noch immer krankgeschrieben. Der Mann hat über seinen Anwalt Einsicht in die Akten bekommen. Es sei aber noch nicht klar, ob er bereit und in der Lage für eine Vernehmung ist, sagte ein Sprecher.

Noch Schienenersatzverkehr

Damit die Züge durch den Bahnhof Hosena ab Anfang September wieder über zwei Hauptgleise rollen konnten, mussten unter anderem fünf neue Weichen gebaut werden. Außerdem wurden mehr als 3500 Meter Fahrleitung neu aufgebaut sowie beschädigte Gleise erneuert.

Reisende der Linie Leipzig-Hoyerswerda (RE 11) und der Linie Dresden-Hoyerswerda (RE 15) müssen aber zunächst noch bis Ende September teilweise mit Schienersatzverkehr rechnen, hieß es.

Grund seien im Streckenabschnitt weitere planmäßige Gleisbauarbeiten zwischen Hosena und Schwarzbach auf 9100 Meter Länge.

Bis zum Frühjahr 2013 sollen vorübergehende Fahrmöglichkeiten auch in Richtung Senftenberg-Brieske geschaffen werden, bis ein neues Stellwerk gebaut ist.