Nach einem in der Presse veröffentlichen Schreiben genehmigte Iltgen dem ihm direkt unterstellten Parlaments-Direktor im August 2003 eine Reise zu einer Fortbildung zum Unternehmensberater. Allein dieser Umstand werfe neue Fragen auf, hieß es. Doch die siebentägige Reise der Firma "Team Dr. Rosenkranz" führte zudem ins italienischen Gubbio zwischen Florenz und Rom, sodass Metz für den Trip sogar Auslandstrennungsgeld aus Steuermitteln kassieren konnte. Für die Hin- und Rückreise gestattete Iltgen ferner die Nutzung des Privatwagens, wofür es extra eine Wegstreckenentschädigung gab.
"Die Vorwürfe haben sich derart summiert, dass noch im August eine Sondersitzung des Präsidiums zur Klärung notwendig ist”, fordert Grünen-Fraktionschefin Antje Hermenau. Es gehe darum, Spekulationen zu beenden und belastbare Informationen zu erhalten, um weiteren Schaden vom Landtag abzuwenden, sagt Hermenau. Linkspartei-Fraktionschef Peter Porsch forderte Präsident Iltgen auf, die Vorwürfe aus der Welt zu schaffen oder Konsequenzen zu ziehen.
"Wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten, ist aus der Affäre Metz eine Affäre Iltgen geworden”, so Porsch. Sachsens Parlamentariern könne nicht länger zugemutet werden, "dass scheibchenweise immer neue Peinlichkeiten aus der Verwaltungsspitze des Hohen Hauses das Licht der Öffentlichkeit erblicken”, so Porsch. Von einer Präsidiumssondersitzung zur Sommerpause halte er jedoch nichts, um neue, überflüssige Kosten zu vermeiden.
Am Mittag reagierte Iltgen mit einer ersten Stellungnahme und wies Vorwürfe, der Landtag finanziere private Interessen des Landtagsdirektors, "auf das Schärfste zurück". Metz habe die Fortbildung zum Unternehmensberater schon vor seiner Landtags-Tätigkeit begonnen und später fortgesetzt. "Die Qualifizierung soll die auch von der Politik immer wieder geforderte Verknüpfung von Wirtschaft und Verwaltung schaffen", rechtfertigte Iltgen die Reise. Die Fortbildung liege daher ausdrücklich im dienstlichen Interesse. Metz habe die Kursgebühren persönlich gezahlt, der Landtag habe lediglich die Kosten für Reise, Unterkunft und Verpflegung übernommen. Die Wahl des Ortes obliege dem Veranstalter.
Iltgen lässt bereits seit Ende Juli von Ex-Innenminister Klaus Hardraht disziplinarische Ermittlungen gegen Metz führen. Der Direktor war schon in die Kritik geraten, weil er sich die Laufleistung seines Dienstwagens von 40 000 auf 60 000 Kilometer aufstocken und die Lebensgefährtin mehrfach vom Flughafen abholen ließ. Zudem empfahl er die Firma, für die seine Freundin arbeitet, für Schulungen im Landtag (die RUNDSCHAU berichtete). In der Angelegenheit ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen Metz wegen Untreue.
Für die Linkspartei blieb Iltgens Erklärung indes lückenhaft. Es blieben viele Fragen offen, so Porsch. Etwa, ob es weitere Fortbildungsreisen von Mitarbeitern in mediterrane Länder gegeben habe.