In der Zusestadt blieb die Zahl der Senioren-Unfälle im ersten Halbjahr konstant. In Elbe-Elster sank sie leicht - von 238 im Jahr 2005 auf 225. Polizeisprecherin Ines Filohn erklärt sich die günstigen Zahlen für den Elbe-Elster-Kreis damit, dass Senioren in ländlicher Region nicht dem gleichen Fahrstress ausgesetzt sind wie in Städten.
In Cottbus beobachtet ihr Kollege Berndt Fleischer ein Nachlassen der Fähigkeit vieler älterer Menschen, ihr Auto sicher durch den Stadtverkehr zu steuern. Stehen lassen wollten sie es aber auch nicht. Berndt Fleischer verweist außerdem auf die demografische Entwicklung. Die Bevölkerung altere eben. Schon deshalb seien zunehmend mehr Senioren in Unfälle verstrickt.
Das belegt die Statistik für den Schutzbereich Cottbus/Spree-Neiße: Mehr als 1000 Unfälle haben Verkehrsteilnehmer über 65 Jahre dort 2006 verschuldet, 100 mehr als im Vorjahr.
Fleischers Erklärungen scheinen auch auf den Landkreis Oberspreewald-Lausitz zuzutreffen. Allerdings haben dort Autofahrer über 65 Jahre im vergangenen Jahr nur geringfügig mehr Unfälle gebaut als 2005 - nämlich 315 statt 312.
Im Niederschlesischen Oberlausitzkreis (NOL) hingegen verzeichnet die Polizei einen sprunghaften Anstieg von Verkehrsunfällen, an denen Senioren beteiligt waren: Im ersten Halbjahr 2005 waren es 98, im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres 138. In Hoyerswerda dagegen änderte sich nichts. Dort krachte es in beiden Halbjahren 57-mal.
Mario Steiner, Verkehrsexperte im Polizeipräsidium Niederschlesische Oberlausitz, fällt es schwer, die Zahlen zu interpretieren. Den Anstieg im NOL-Kreis könnte die gestiegene Mobilität mit erklären, zu der Senioren auf dem Land gezwungen sind. Mario Steiner betont jedoch: „Für uns sind Senioren nach wie vor keine Risikogruppe.“ Ganz anders als die 18- bis 24-Jährigen.
Laut einem Vergleich des Statistischen Landesamtes haben Autofahrer über 65 Jahre in Sachsen mit der Vorfahrt zwar deutlich größere Probleme als die jüngeren. Auch beim Abbiegen verursachen Senioren mehr Unfälle als sie. Doch dafür fallen ältere Menschen nur selten wegen zu schnellem Fahren und Alkohol am Steuer auf.