,,Sie kommen vor allem, weil sie hier Qualität vermuten", betonte er. Bis August arbeitet der Professor für Wirtschafts- und Sozialgeographie Mittel- und Südosteuropas an einer EU-Studie zum Einzelhandel in der Euroregion Elbe-Labe.

Erste Ergebnisse einer Kundenbefragung liegen jetzt vor.

Danach seien der günstige Wechselkurs und die gestiegene Kaufkraft der Tschechen weitere Gründe für die Zunahme der Konsumtouristen aus Tschechien.

Der deutsche ,,Tanktourismus" habe im Gegenzug dazu nachgelassen, nachdem die Preise in Tschechien kräftig angezogen hätten. ,,Der Wochenend-Einkauf hinter der Grenze, wie noch vor ein paar Jahren üblich, lohnt sich nicht mehr", betonte der Experte. Stattdessen kämen viele tschechische Grenzbewohner in deutsche Discounter, um dort preisgünstig Lebensmittel einzukaufen. ,,Langfristig ist eine Angleichung des Preisniveaus zu erwarten", sagte Kowalke. Tschechien sei derzeit nicht so stark von der weltweiten Wirtschaftskrise betroffen, weil es nicht so exportabhängig ist. Deshalb gebe es in dem Land auch keine Konsumabschwächung wie in Deutschland, wo die Wirtschaftskrise auch bei den Verbrauchern spürbar sei. ,,Gerade die jüngeren Tschechen versuchen, den Einkauf mit Freizeitaktivitäten zu verbinden", sagte der Geographieprofessor.

Die Konsumtouristen aus dem Nachbarland nutzten vor allem das Wochenende für ihren Einkauf. ,,Meist werden grenznahe Städten aufgesucht, für höherwertige Güter aber auch insbesondere die Dresdner Innenstadt", sagte Kowalke. Dabei kommen die Kunden ihm zufolge aus ganz Nordtschechien, auch aus Prag. Die Befragung habe gezeigt, dass zwar überwiegend kleine Kaufsummen zwischen 50 und 100 Euro pro Tag dominierten. Andererseits bestehe ,,ein durchaus solventer Kundenkreis, der auch mehrere Hundert Euro" ausgebe.