Dazu verlangte die Landtagsabgeordnete neue Zahlen. Zur Lösung des Problems regte sie einen Runden Tisch an. Das Bildungsministerium wies die Darstellung als "unnötige Dramatisierung auf nicht nachvollziehbarer Datengrundlage" zurück und verwies auf eine neue Statistik.
Danach betrug der Anteil der Nichtschwimmer unter Fünftklässlern zum Stichtag 14. September 2007 6,1 Prozent. Nicht mitgezählt waren dabei Schüler in Leistungs- und Begabungsklassen. Vor kurzem hatte der Vorsitzende des Schwimmmeisterverbandes, der Spremberger Joachim Wunstorf, beklagt, dass die Nichtschwimmer-Quote in Brandenburg zunehme. Bis zur dritten Klasse habe erst die Hälfte der Kinder Schwimmen gelernt. Der Negativtrend sei ungebrochen. Wunstorf machte die Kommunen verantwortlich, die ihre Bäder schlössen oder sie an Investoren verkauften, die dann die Preise erhöhten. Zudem kümmerten sich Eltern immer weniger darum, dass ihre Kinder das Schwimmen lernen (die RUNDSCHAU berichtete).
An dem Runden Tisch zum Thema Schwimmunterricht sollten nach Meiers Vorstellungen Schulträger, Politiker, der Sportlehrerverband und das Aktionsbündnis Schulsport, eine Arbeitsgruppe des Landessportbundes, teilnehmen. In den Grundschulen hätten rund 50 Prozent der Sportlehrer keine Fachausbildung, kritisierte die sportpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag. Außerdem fehlten konkrete Anforderungen für den Schwimmunterricht, die Schwimmtechnik sowie eine Regelung zur Vergabe von Leistungsabzeichen in der Schule. Die Abgeordnete sprach von einer "verzettelten Situation".
Während Kommunen Mühe hätten, ihre Schwimmbäder zu unterhalten, seien rund zehn Millionen Euro an Subventionen in den Freizeitpark Tropical Islands geflossen. In Frankfurt (Oder) beispielsweise bleibe die Schwimmhalle den Sommer über geschlossen, weil sie für das nächste Schuljahr hergerichtet werden müsse. Aus der jüngsten Statistik des Bildungsministeriums geht hervor, dass 420 und damit 94,4 Prozent der 445 Grundschulen bis zur fünften Klasse Schwimmunterricht erteilten. Bei den Förderschulen waren es 52 von 60 (86,7 Prozent).
Meier erinnerte an DDR-Zeiten, wo Schwimmlager vor Schulbeginn dafür gesorgt hätten, dass Kinder das Schwimmen lernten. "1989 hatten wir 99 Prozent Schwimmer. Da ist kaum jemand durch das Raster gefallen."