Immer mehr Menschen arbeiten in Sachsen auch im Rentenalter weiter. Waren 2003 noch 21 495 Frauen und Männer im Alter von über 65 Jahren als Mini-Jobber registriert, lag ihre Zahl 2014 schon bei 36 110, wie die Zwickauer Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) mitteilte. „Der weitaus überwiegende Teil der älteren Menschen dürfte nicht zum Spaß und Zeitvertreib weiter arbeiten, sondern aus finanzieller Not. Als ein deutlicher Hinweis darauf kann gelten, dass ein Schwerpunkt bei den Minijobs im Einzelhandel liegt, der nicht gerade bekannt für die angenehmsten Arbeitsbedingungen und das attraktivste Lohnniveau ist.“

Zimmermann - arbeitsmarktpolitische Sprecherin ihrer Partei im Bundestag - hatte bei der Bundesagentur für Arbeit die Zahlen zu den jobbenden Rentnern erfragt. Die aktuellste verfügbare Angabe stammt von März 2015 und gab für Sachsen 35 886 Menschen an. Im Vergleich zu März 2014 waren das 2,7 Prozent mehr, während die Anzahl der geringfügig entlohnten Beschäftigten insgesamt um 6,5 Prozent zurückging.

Am häufigsten waren Rentner im vergangenen Jahr im Handel (5536 Frauen und Männer) anzutreffen und hier besonders im Einzelhandel (2968). Aber auch das Verarbeitenden Gewerbe (4491) greift auf die über 65-Jährigen zurück.

„Anstatt ihren Ruhestand zu genießen, arbeiten ältere Menschen zunehmend über die gesetzliche Altersgrenze hinaus, um der Armut zu entfliehen“, betonte Zimmermann. Dieser Entwicklung sei Einhalt zu gebieten: „Die gesetzliche Rente muss wieder existenzsichernd werden, von ihr muss man leben können.“

Sie forderte die Bundesregierung auf, Altersarmut einzudämmen. Um das zu erreichen, müssten unter anderem das Rentenniveau wieder auf mindestens 53 Prozent angehoben und die Rente ab 67 abgeschafft werden. Zimmermann bekräftigte die Forderungen der Linken nach einer monatlichen Mindestrente in Höhe von 1050 Euro netto.