Im Verhältnis zum Jahr 2012 sei ihre Zahl um etwa 18 Prozent gestiegen. Bis zum Jahr 2018 prognostiziert der Fachverband, in dem sich Träger aus allen Bereichen der Wohnungslosenarbeit zusammengeschlossen haben, sogar eine Steigerung um weitere 60 Prozent. Ein großes Problem sei vor allem das Fehlen preiswerten Wohnraums: "Die Bundes- und Landesmittel für den sozialen Wohnungsbau müssen über Jahre hinweg drastisch erhöht werden, um den Fehlbestand an preisgünstigen Wohnungen ausgleichen zu können", sagte der Vorsitzende der BAG Wohnungslosenhilfe, Winfried Uhrig, am Montag in Berlin. Seit 2002 sei die Zahl der Sozialwohnungen in Deutschland um rund eine Million geschrumpft. Nach Schätzungen der Arbeitsgemeinschaft würden bundesweit rund 2,7 Ein- bis Dreiraumwohnungen fehlen.

"Was die Zahl der Wohnungslosen in Brandenburg angeht, tappen wir leider ziemlich im Dunkeln, da es behördlicherseits keine Erhebungen gibt", sagt Martin Matz, Vorstandsmitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Ein Sprecher des Potsdamer Sozialministeriums wollte die Zahlen der BAG dagegen am Montag nicht bewerten. "Es gibt nach wie vor keine gesetzliche Grundlage einer Wohnungslosenstatistik", hieß es auf Nachfrage. Zudem würden die Kommunen unterschiedlich zählen, wer wohnungslos sei. In großen Städten stelle die Wohnungslosigkeit aber insgesamt sicher ein größeres Problem dar, als auf dem Lande. Bereits im Juni 2013 hatte die Landesregierung Brandenburg in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Roswitha Schier (CDU) und Ursula Nonnemacher (Grüne) eingeräumt, dass es von der Zahl der Menschen, die in Brandenburg auf der Straße leben, keine Ahnung habe.