Trotz Finanzkrise werden in Sachsen unentwegt Stiftungen ins Leben gerufen. "Es gibt viele Neugründungen", sagte der Vorstand der Bürgerstiftung Dresden, Winfried Ripp, vor dem heutigen ersten bundesweiten Tag der Stiftungen. Gab es Ende 2012 landesweit 439 rechtsfähige Stiftungen, sind es mittlerweile rund 450. Dazu kommen bis zu 250 Treuhandstiftungen, die nicht öffentlich registriert sind. Damit engagieren sich Bürger für Museen oder Kindergärten, gesunde Ernährung oder medizinische Forschung, bedrohte Lebensräume oder Kulturdenkmäler, Schulen, Kitas, Seniorentreffs oder Pflegeheime.

Dabei gibt es laut Ripp auch viele neue Ideen. "Ein Herr im mittleren Alter wurde mit dem von seiner Mutter geerbten Geld zum Stifter, weil er es nicht braucht." Eltern unterstützen das Heim, in denen ihr Kind gut betreut wird. "Vielen mehr oder weniger vermögenden Menschen ist es wichtiger, etwas Positives zu tun, als shoppen zu gehen." Auch Schulstiftungen sind keine Seltenheit. Angesichts der in den nächsten Jahren zu vererbenden Vermögen soll der vom Bundesverband Deutscher Stiftungen organisierte Aktionstag das Stiften noch mehr ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Die Geldanlage für Stiftungen ist laut Ripp wegen der anhaltend niedrigen Zinserträge aber nach wie vor ein Problem. Da es für Unternehmens- und Staatsanleihen weiter schwierig bleibe, diskutiere man neue Geldanlage-Formen. Viele Stiftungen werben auch Spenden für Projekte ein, um Verluste auszugleichen.

Ein anderer Weg sei die Zusammenarbeit mit größeren Stiftungen wie beim Hochwasser im Sommer. "Mit Blick auf eine gemeinsame Geldanlage sind auch Fusionen im Gange." Zudem soll eine Dachstiftung, entweder auf Landesebene oder für Ostdeutschland, die Kleinen zusammenfassen. Sachsen ist das Stiftungsland Nummer eins im Osten. Menschen und Institutionen tun damit Gutes im sozialen, kulturellen, Bildungs- und Umweltbereich sowie in der Wissenschaft. So werden laut Ripp auch immer mehr Nachlässe für gemeinnützige Zwecke bestimmt. "Die sind Thema Nummer eins." Obwohl es kaum solche Vermögen wie im Westen gebe, "wollen Menschen Stifter werden".