In allen Lausitzer Landkreisen und kreisfreien Städten steigt die Anzahl der Rückkehrer aus dem Westen. Wie das Leipziger Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) in einer Studie belegt, hat sich die Rückkehrerquote in dem Jahrzehnt seit 2001 fast verdoppelt. So ist sie in Oberspreewald-Lausitz von 3,8 auf 9,6 Prozent angewachsen, in Bautzen von sechs auf 8,4 Prozent und in Cottbus von 1,8 auf 5,2 Prozent.

Für IfL-Wissenschaftler Robert Nadler ist der Trend unverkennbar. Als mögliche Ursache wird die insgesamt positive Entwicklung des ostdeutschen Arbeitsmarktes angesehen. Nadler verweist gegenüber der RUNDSCHAU aber auch darauf, "dass die harten Faktoren zum Wegzug aus dem Osten geführt haben, es jedoch die weichen sind, die über Rückkehr entscheiden". Einst hätten Job, Karriereaussichten und Einkommen zum Kofferpacken gedrängt. Heute seien es auch die lange vermisste Nähe zu den Familien und Freunden sowie soziale Dienstleistungen, die den Weg zurück ebnen.

Die Studie stützt sich auf die sogenannte Beschäftigtenhistorik des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Das Zahlenwerk verknüpft Erwerbsbiografien mit Daten zum Wohnort und ermöglicht so eine flächendeckende Analyse von Rückwanderungsströmen auf der Ebene von Kreisen.

Die Wissenschaftler ermutigen Länder, Kommunen und Kammern im Osten, über Rückkehrerportale und -börsen Offenheit gegenüber Rückkehrwilligen zu zeigen. In der RUNDSCHAU schildert der Cottbuser Torsten Geike heute, was ihn und seine Familie zum Wiederkommen bewegt hat.

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