Mehr als 2000 Übergriffe auf Polizisten im Dienst hat es im Vorjahr in Brandenburg und Sachsen gegeben. So verweist die Statistik im Freistaat auf 1284 gewaltsame Angriffe auf Polizeibeamte. In Brandenburg wurden im Vergleichszeitraum 912 Beamte zu Opfern von Gewalt.

In der großen Mehrzahl waren es Verbalattacken und Gewaltandrohungen. Aber zweimal auch entgingen Polizisten in Brandenburg nur knapp dem Tod. 31 Mal wurden sie in Dienstausübung schwer verletzt.

"Wir sind zunehmend Blitzableiter für ungelöste politische Probleme", sagt Brandenburgs Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Andreas Schuster. Die GdP registriert aber auch bundesweit, dass die Hemmschwelle, Gewalt anzuwenden, immer mehr sinkt.

"Diese Situation ist nicht mehr hinnehmbar", erklärt Sachsens GdP-Chef Hagen Husgen gegenüber der RUNDSCHAU. Damit der Zustand ein Ende habe, müsse die Politik wirkungsvoll gegensteuern und die Beamten schützen. Die GdP in Sachsen und Brandenburg stehen deshalb hinter einer Verschärfung von Paragraf 115 Strafgesetzbuch. Husgen: Jeder Angriff auf Polizisten müsse zum Tabu und bestraft werden.

Dass sich Polizisten von der Justiz nach Festnahmen von Tatverdächtigen oft im Stich gelassen fühlen, will die Sprecherin des Potsdamer Justizministeriums so nicht gelten lassen. "Zur Anordnung einer U-Haft bedarf es der Erfüllung gesetzlicher Tatbestände", sagt Maria Strauss.

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