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| 02:34 Uhr

Immer mehr Geldautomaten gesprengt

FOTO: Maik Weßnick-Schwarzenau
Wiesbaden/Cottbus. Das Bundeskriminalamt registriert eine neue Welle von Automatensprengungen. Vor allem auf Banken in kleinen Orten haben es die Täter abgesehen. Im Fokus sind vor allem Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. dpa/bob

Deutschlandweit hat die Zahl der Sprengungen von Geldautomaten durch Kriminelle in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. 2011 waren es bundesweit 38 Fälle mit erfolgtem oder versuchtem Diebstahl auf diesem Wege, 2013 schon 89 und im vergangenen Jahr dann 132 Fälle, wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Donnerstag mitteilte.

Seit Monaten erregt eine ganze Reihe solcher Taten in Nordrhein-Westfalen und der Lausitz Aufsehen, der Schaden geht in die Millionen. In der Lausitz war zuletzt zweimal die Spreewaldbank Ziel der Täter, in Altdöbern (Oberspreewald-Lausitz) und in Groß Leuthen. In Friedersdorf (beide Dahme-Spreewald) gab es am vergangenen Sonntag einen weiteren Fall. Von den Tätern fehlt in allen Fällen bisher jede Spur, wie das Landeskriminalamt (LKA) in Potsdam am Donnerstag bestätigte.

Die Auswahl der Anschlagsorte in Brandenburg ist kein Zufall. Denn die Orte solcher Taten liegen laut BKA überwiegend auf dem Land, oft hätten sie weniger als 1000 Einwohner. Bevorzugt werde eine gute Verkehrsanbindung für eine einfache Flucht - etwa nahe Autobahnen oder Bundesstraßen. Aktiv sind laut BKA sowohl Einzeltäter als auch Banden. "Die ermittelten Tatverdächtigen sind oft bereits mit Eigentumsdelikten oder anderen Straftaten in Erscheinung getreten." Es gebe sowohl Täter aus der jeweiligen Region als auch reisende Gruppen von Kriminellen, die überwiegend aus Ost- und Südosteuropa stammten.

Erfolgreich sind die Diebe längst nicht immer. Im Jahr 2015 wurde nur bei 60 der 132 Fälle Bargeld erbeutet.