Der Tafel-Chef schätzt, dass etwa zehn bis 20 Prozent der hiesigen Flüchtlinge regelmäßig auf die Angebote der ehrenamtlichen Essensausgaben zurückgreift. Viele machten zudem von den Kleiderkammern regen Gebrauch, die einige Tafeln im Angebot haben.

Nicht immer finden alle Lebensmittel auch Abnehmer, aus religiösen Gründen etwa essen manche Migranten kein Schweinefleisch. Wegen des Zulaufs gebe es teilweise Versorgungsengpässe, vor allem bei Obst und Gemüse. Auf den Zustrom haben sich die Tafeln unter anderem mit Handzetteln in insgesamt 23 Sprachen eingestellt.

Jede Woche versorgen die landesweit 36 Tafeln rund 33 000 bis 35 000 Bedarfsgemeinschaften im Freistaat - rund 100 000 Menschen - mit Lebensmitteln aus abgelaufenen Lagerbeständen. Die Waren stammen von Supermärkten, Bäckereien oder Großhändlern. "Die Spendenbereitschaft ist nach wie vor da, wenn sie auch leicht zurückgegangen ist", so Rolke. Viele Supermärkte hätten mittlerweile selbst eine Ecke eingerichtet, in der Joghurt, Wurst und Co. kurz vor Ablauf des Verfallsdatums billiger verkauft werden.

Die Dresdner Tafel versorgt pro Woche rund 12 000 Menschen mit Lebensmitteln. Seit dem Sommer kommen wöchentlich etwa 500 Bedürftige mehr - ein Großteil davon Flüchtlinge. "Am Anfang gab es ein paar Probleme, weil sie unsere Lebensmittel und Sprache nicht kannten", erklärte die Vorsitzende der Dresdner Tafel, Edith Franke. Die Mitarbeiter hätten sich aber darauf eingestellt. Man verständige sich "mit Händen und Füßen". Einen generellen Engpass gebe es aber noch nicht. "Supermärkte, Bäckereien und Großhändler liefern", so Franke. Zur Weihnachtszeit gebe es auch Stollen, Süßigkeiten und Plätzchen. Zudem organisiert die Dresdner Tafel Weihnachtsfeste, wo auch kleine Geschenke verteilt werden. "In diesem Jahr werden viele Nationen gemeinsam feiern", so Franke.