Heute gibt es rund 10 000 Mandarinenten in Europa. Die größten Brutvorkommen in Deutschland befinden sich im brandenburgischen Umland von Berlin und Potsdam.

Auch der Bienenfresser, ein ebenfalls farbenprächtiger Vogel, der ursprünglich in Südeuropa zu Hause ist, wandert kontinuierlich in die Lausitzer Region ein. So gibt es in Brandenburg schon richtige Kolonien von Bienenfressern, die eine Vorliebe für Bienen und andere große Insekten wie Wespen und Libellen haben.

Zunahme der Invasion

Ragar Kinzelbach und Norman Stier, zwei Neozoen-Experten, prognostizieren für die Zukunft eine Zunahme von fremden Tieren in der Lausitzer Region.

Doch welche Tiere wann und wodurch in die Lausitz einwandern, lässt sich nicht mit Bestimmheit sagen. "Insgesamt ist die vom Menschen verursachte Expansion der Tiere ein komplexer Vorgang, der sich nicht in Schwarz-Weiß-Bildern fassen lässt", sagt Kinzelbach. Dennoch rechnen Experten mit einer Zunahme der Invasionen. "Es handelt sich um einen Teil der Evolutionsfortsetzung", ergänzt der Experte. Doch Kinzelbach sagt auch, dass die Vorgänge in der Evolution chaotisch ablaufen würden.

Teil der Evolution

Ein Beispiel: Die Mandarinente wandert immer weiter nach Europa, weil sie in ihren Ursprungsgebieten intensiv verfolgt wird. Außerdem werden Wälder in China immer weiter gerodet, sodass die Ente, die den Wald zum Leben braucht, sich neue Waldgebiete sucht. Andere fremde Tierarten wie der Goldschakal wandern aufgrund des Klimawandels nach Europa ein. Die Invasion von Tieren ist also immer abhängig von verschiedenen Faktoren. Sie ist und bleibt nach Kinzelbach ein "wissenschaftliches Experimentierfeld".