In der neu geschaffenen Parteifunktion als Generalsekretär leitete er fortan die Geschicke der Sozialdemokraten, deren Vorsitzender er zwischen März 2004 und November 2005 war. Mit dem Satz: "Es ist noch was da. Ich bin nicht ausgetrocknet", hatte der 67-jährige kantige Sozialdemokrat bei seinen Genossen erst vor zwei Wochen auf dem SPD-Bundespartei Hoffnungen auf weitere politische Mitarbeit und Unterstützung geweckt.
Müntefering hat in seinem politischen Leben zahlreiche Funktionen und auch Ministerämter auf Landes- wie Bundesebene durchlaufen: 1966 - zu Zeiten der ersten Großen Koalition in Bonn - trat er der SPD bei. Mehr als drei Jahrzehnte war er - mit kurzer Unterbrechung - Mitglied des Bundestages. In der Partei führte er zunächst den mitgliederstärksten SPD-Bezirk Westliches Westfalen, später den Landesverband Nordrhein-Westfalen - und dann auch die Gesamtpartei.
Als SPD-Bundesgeschäftsführer zählte Müntefering mit zu den Architekten des erfolgreichen SPD-Wahlkampfes von 1998, mit dem die Sozialdemokraten die Regierung Helmut Kohl ablösten. Als SPD-Fraktionschef im Bundestag ging er zwischen 2002 und 2005 energisch gegen parteiinterne Kritiker und Abweichler vor. Der gebürtige Sauerländer hat zwei erwachsene Töchter. (dpa/roe)