Im Brustzentrum Ostsachsen haben das Klinikum Löbau-Zittau (mit Standorten in Zittau und Ebersbach) sowie die Sächsische Schweiz-Klinik Sebnitz ihre Kompetenzen bei der Bekämpfung des Brustkrebses gebündelt.
"Die Zertifizierung als Brustzentrum ist äußerst langwierig und stellt hohe Ansprüche", betont Dr. Eberhard Huschke. Sie erfolgte erstmals im Jahre 2005 und wurde 2006 wiederholt. Eines der Kriterien stellt die Zahl der jährlich behandelten Neuerkrankungen dar. 150 verlangen die von der Deutschen Krebsgesellschaft aufgestellten Normen für die Wiederzertifizierung. "An allen drei Standorten zusammen kommen wir auf etwa 180 Fälle", so der Chefarzt. Die bloße Zahl der behandelten Erkrankungen sagt allerdings noch wenig über die Qualität der Behandlung aus. Auch hierfür macht die Deutsche Krebsgesellschaft genaue Vorgaben: So regeln die Kriterien, welche Spezialisten in das "Netzwerk" des Brustzentrums eingebunden sein müssen, wie die Weiterbildung zu organisieren ist, wie hoch der Anteil der Patientinnen zu sein hat, bei denen Brust erhaltende Ma&szl ig;nahmen durchgeführt werden.
Auf letzteres hat sich innerhalb des Brustzentrums Ostsachsen der Standort Sebnitz spezialisiert. "Der dortige Chefarzt Dr. Aiman Bachouri ist ein ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet der Onkoplastik, also der Brust erhaltenden Operationen", so Dr. Eberhard Huschke. Er selbst zählt zu den Begründern der "Sentinel"-Behandlung, die den Erhalt möglichst vieler Lymphknoten nach einer Krebsoperation zum Ziel hat, um die Spätfolgen für die Patientinnen abzumildern, ohne dass der Behandlungserfolg gefährdet wird. Zittau schließlich stellt innerhalb des Verbundes das Zentrum der Chemotherapie dar.
Ein wesentliches Kriterium für die Anerkennung als Brustzentrum bildet auch die Vorsorge. "Je besser die Frauen über die Früherkennung Bescheid wissen, desto eher kommen sie zur Behandlung und desto besser sind die Heilungschancen", erklärt Dr. Eberhard Huschke. Der 64-Jährige übergibt ab dem 1. November die ärztliche Leitung des Brustzentrum-Standortes Ebersbach in die Hände von Dr. Jacek Glajzer, der bislang in Zittau als Oberarzt tätig war. "Ich werde den Kollegen aber auch künftig beratend zur Seite stehen und Sprechstunden durchführen", versichert der langjährige Chefarzt.
Alljährlich stellen Ärzte in Deutschland etwa 55 000-mal die Diagnose "Brustkrebs" bei Frauen - und, was relativ unbekannt ist, auch 400-mal bei Männern. Etwas weniger als ein Drittel der Patientinnen stirbt an der Erkrankung, wobei dieser Anteil stetig zurückgeht.