"Ich habe das schon gemacht", sagt Julia Becker aus Berlin. "Das gab zwar Gemotze, am nächsten Tag kam aber meistens die Einsicht." Becker ist ein "Schutzengel": Mit einer blauen Perücke auf dem Kopf zieht sie durch Discos, um Betrunkene vom Fahren abzuhalten. Hinter dem Projekt steht das Land Brandenburg. Die "Schutzengel" erzählen anderen zum Beispiel, wie viele junge Fahrer verunglücken. Denn die Zahlen sprechen Bände: Ein Drittel aller Unfalltoten sind zwischen 18 und 24 Jahre alt, sagt Lothar Wiegand, Sprecher des Potsdamer Infrastrukturministeriums. Diese Altersgruppe mache aber nur zehn Prozent der Bevölkerung aus - sie verunglückt also überdurchschnittlich oft. Sätze wie "du stirbst, wenn du noch fährst!" halten Wiegand zufolge aber die wenigsten von Alkoholfahrten ab. Wenn die anderen dagegen ein Taxi rufen und nicht ins Auto des Betrunkenen steigen, gebe das meistens zu denken. Eine wichtige Rolle spielen Mädchen, sagt Wiegand. "Viele Jungs glauben, dass besoffen Auto zu fahren cool ist." Die Mädchen sähen das oft aber ganz anders. Setzt sich ein Mädchen nicht mehr ins Auto ihres Freundes, weil er getrunken hat, kann das mächtig Streit geben. Es kann ihn aber auch vom Fahren abhalten. Auch Wolfgang Moritz vom Projekt Mädchentour glaubt, dass Mädchen in solchen Situationen großen Einfluss auf Jungs haben. "Die wollen mit ihren Autos imponieren. Wenn keiner mitfährt, ist das doof für die", sagt der Polizist.