Das in Potsdam ansässige Hasso-Plattner-Institut kündigte darüber hinaus an, einen weiteren Doktoranden aus Palästina zu fördern. Brandenburgs Polizei fährt fort mit dem Hilfseinsatz eines seiner höheren Polizeioffiziere. Und in der nahe Nablus gelegenen Stadt Jenin konzentrieren sich die Anstrengungen der Medienwirtschaft von Berlin-Brandenburg auf das Projekt zur Wiedereröffnung des lokalen Kinos. Film auf GroßleinwandInsbesondere diese Aktivität verspricht nachhaltige Folgen. Unter begeisterter Anteilnahme der lokalen Würdenträger wurde erstmals seit Jahrzehnten in der Stadt wieder ein Film auf Großleinland gezeigt. Ein Solarunternehmer aus der Wustermark, der eine Anlage für das Kino gespendet hatte, ließ sich gar zu dem Ausruf "Palästinenser zur Sonne zur Freiheit!" hinreißen und der Beifall war hörbar. Platzeck hielt sich zur Freude der deutschen Diplomaten zurück und streng an die Vorgabe, als Ministerpräsident jede Einmischung in die Außenpolitik zu vermeiden. "Wir haben Wort gehalten", sagte er nur immer wieder und wertete dann die bescheidenen Geschenke zu herausragenden Spitzenleistungen auf. Die mitgereisten deutschen Unternehmer waren von den Aussichten auf erfolgreiche Geschäfte in palästinensischen Territorien eher enttäuscht. Nur selten trafen sie auf Gesprächspartner, die konkrete Vorstellungen hatten.Vielversprechender waren zuvor die Kontakte mit israelischen Betrieben gelaufen. In einigen Fällen trafen da junge, Gründerfirmen auf mögliche Partner, die im Gleichklang tickten.Reise hat sich gelohntJörg Hartwig, der für die in Babelsberg angesiedelte Firma D-Labs, einem Dienstleister für Software-Unternehmen, mitgereist war, sagte hochzufrieden, "dass sich die Reise hundert Prozent gelohnt hat". Hartwig steht beispielhaft für die neue Unternehmenskultur des Landes, die sich darauf konzentriert, mit kreativen Konzepten und hoher Risikobereitschaft Märkte zu gewinnen. Solche jungen Brandenburger treffen besonders in Israel auf gleichgesinnte Zeitgenossen, die ihrerseits aus der Not des rohstoffarmen Staates eine Tugend machten und seit einigen Jahren mit Hochtechnologie weltweit auch gute Geschäfte. Die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet, erleichtert durch die in Brandenburg von Hasso Plattner begründeten Einrichtungen, zeigt jetzt schon erkennbar Früchte. Da hilft es, dass der Potsdamer SPD-Regierungschef von einer gewissen Neugier für den technologischen Fortschritt getrieben ist und sich auch gegenüber den Experten keinesfalls blamiert. Und gelegentlich blitzt selbst im politischen Geschäft noch auf, dass Matthias Platzeck schon einige Zeit hinter sich hat, in der er als Bundespolitiker auch außenpolitische Entscheidungen maßgeblich beeinflusste. Die naheliegende Frage, ob der Mann sich denn dauerhaft mit seiner heutigen Funktion begnügen wird, beantwortet er allerdings auch in Israel vorsichtig abwehrend. Er interessiert sich schon, "aber "ich habe hier eine Aufgabe", sagt er und meint in Tel Aviv natürlich Potsdam. Die Lösung des Problems an dem Kontrollpunkt (die RUNDSCHAU berichtete) überließ er deswegen auch ganz dem Auswärtigen Amt, dessen beamte aus Grundsatzerwägungen noch stundenlang ausharrten, bevor sie endlich mitsamt unkontrollierter Fahrer passieren konnten.