Fallen sie mies aus, wird in aller Regel so getan, als sei das völlig belanglos. Häufig sind dann politische Standardfloskeln zu hören, wie zum Beispiel: Stimmungen sind keine Stimmen. Oder: Man wolle doch Wahlen gewinnen und keine Umfragen.

Die CSU in Bayern steckte da jüngst zwischen allen Stühlen. Für ihre Klausurtagung im idyllischen Wildbad Kreuth hatte sie sich Allensbach-Chefin Renate Köcher zum Vortrag eingeladen.

Doch in Erwartung eines neuen Umfrageglücks taxierte Köcher die Christsozialen dabei nur auf 41 Prozent. Worauf der anerkannten Demoskopin heftiger Widerspruch entgegenschlug. So erinnerte Ex-CSU-Chef Theo Waigel lautstark daran, dass seine Partei in der Vergangenheit immer zwischen acht und zehn Prozent mehr geholt habe als die gesamte Union, also CDU und CSU, im Bund.

Da ist zweifellos etwas dran. Und offenbar hatte sich Köcher auch tatsächlich etwas vertan. Noch vor dem offiziellen Ende der Klausur kam dann der Bayerische Rundfunk mit einer neuen Prognose auf den Markt: 47 Prozent für die bayerische Staatspartei. Spätestens da war die weiß-blaue Welt wieder schwer in Ordnung.