Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ging sogar einen Schritt weiter: "Putins Idee einer Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok ist denkbar, am besten sogar von New York bis Wladiwostok."

Beide hatten ihr Angebot bereits am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos unterbreitet. Es knüpft an Überlegungen Putins aus dem Jahr 2010 an, auf die Merkel damals sehr reserviert reagiert hatte. Der Eurasischen Wirtschaftsunion gehören bisher Russland, Weißrussland, Armenien und Kasachstan an, Kirgistan soll noch in diesem Jahr hinzu kommen.

Bisher sind alle diplomatischen Bemühungen um eine Entspannung im Ukraine-Konflikt ins Leere gelaufen. Auf leichte Fortschritte bei Verhandlungen in Berlin am Mittwoch folgte schon einen Tag später eine neue Eskalation der Gewalt in der ostukrainischen Metropole Donezk. In den Kämpfen zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen sind insgesamt bereits mehr als 5000 Menschen getötet worden.

Allerdings kündigten nach dem Blutbad an einer Bushaltestelle im Konfliktgebiet Donezk die prorussischen Aufständischen eine neue Großoffensive an. Es solle die gesamte Krisenregion erobert werden - gegebenenfalls auch über die Gebietsgrenze von Donezk hinaus, drohte Separatistenführer Alexander Sachartschenko am gestrigen Freitag. Zudem wurde gestern im Konfliktgebiet Lugansk der Bürgermeister der von prorussischen Separatisten kontrollierten Stadt Perwomaisk erschossen aufgefunden. Gerüchte über einen internen Machtkampf kursierten.