Ein Bundesländer-Grundschulleistungsvergleich beweist: Bayerns Grundschüler können am besten lesen, rechnen und zuhören - und daraus auch die richtigen Schlüsse ziehen. Für diesen ersten rein innerdeutschen Grundschulleistungsvergleich wurden im vergangenen Jahr mehr als 30 000 Viertklässler an über 1300 Grund- und Förderschulen getestet. In Mathematik legten die Prüfer den Schülern unter anderem Aufgaben zu den Bereichen "Muster und Strukturen", "Größen und Messen" und "Daten, Häufigkeit, Wahrscheinlichkeit" vor. Beim Deutsch-Teil wurden auch die Rechtschreibkenntnisse abgefragt.

An deutschen Schulen soll es nach dem Willen der Kultusminister künftig über die Länder-grenzen hinweg mehr Einheitlichkeit beim Lernniveau geben. Das versicherte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Ties Rabe (Hamburg/SPD), am Freitag in Berlin.

Die Autoren der Studie vom Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) verwiesen auf die unterschiedliche soziale und wirtschaftliche Ausgangslage in den Ländern. Gleichwohl gebe es Bundesländer, die zum Beispiel bei der Leseförderung von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern erfolgreicher seien als andere. Als Musterbeispiel wird hier erneut Sachsen herausgestellt - während zum Beispiel die Förderung von Migrantenkindern in Mathematik in Rheinland-Pfalz und im Saarland gut gelingt. "Wir wollen alle mehr voneinander lernen", versicherte Rabe.

Anders als bei den internationalen Schulleistungsstudien Pisa, Iglu und Timss wurden die Testaufgaben für den nationalen Vergleich allein aus den von den Kultusministern verabredeten neuen bundesweiten Bildungsstandards entwickelt. Sie beschreiben, was ein Schüler am Ende der jeweiligen Jahrgangsstufe können soll.

In allen Bundesländern besteht nach wie vor eine hohe Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungserfolg.

Die Untersuchung bestätigt frühere Erkenntnisse, wonach Jungen besser rechnen, die Mädchen dagegen besser lesen und schreiben können.