Zu unserer knapp neun Kilometer langen Wanderung treffen wir uns am Gubener Kletterfelsen, direkt an der Cottbuser Straße im Neubaugebiet Reichenbacher Berg gelegen. Sowohl der Felsen als auch der ihn umschließende Park sind noch jung. Erst im Jahr 2004 wurden sie dort errichtet, wo früher Plattenbauten standen, vornehmlich die des Böhmischen Ringes. Zusammen mit den parkähnlichen Flächen des angrenzenden Märkischen Ringes, der ebenfalls schon seit Jahren kein Ring mehr ist, sondern nur noch aus zwei Mehrfamilienhäusern besteht, bildet das Terrain das grüne Herz des Wohngebietes.

Vom Kletterfelsen aus begeben wir uns in südliche Richtung, überschreiten den Weg, der einst die Corona-Schröter-Straße bildete, und gehen an der gleichnamigen Schule vorbei, um schon nach rund 200 Metern das Wilhelm-Pieck-Monument zu erreichen. Es wurde 1976 anlässlich des 100. Geburtstages des ersten und einzigen Präsidenten der DDR, der in Guben geboren worden war, eingeweiht. Inzwischen präsentiert sich das Denkmal in einem schlechten Zustand, weist unter anderem Schäden am Sockel auf. Aber auch die Reliefplatten haben sichtbar gelitten. Über die Sanierung des Monuments wird in der Stadt derzeit heftig gestritten.

Entlang der Klaus-Herrmann-Straße, die früher den Namen Leninallee trug, kommen wir zur Flemmingstraße und biegen nach rechts ab. Jetzt verlassen wir die Oberstadt, es geht abwärts. Schon bald kommen wir am Westfriedhof vorbei. Dort befinden sich Grabstätten für deutsche wie auch für polnische Soldaten. Noch einmal rund 100 Meter weiter erreichen wir die Kreuzung Altsprucke, überqueren die gleichnamige Straße und gehen weiter in die Mühlenstraße. Nach wenigen Metern erreichen wir das Heimatmuseum "Sprucker Mühle", das im Jahr 1985, pünktlich zur 750-Jahr-Feier der Stadt, eröffnet wurde. Hier erfahren die Besucher viel Wissenswertes über die Geschichte von Guben, während die angrenzende Museumsscheune zu Ausstellungen und Kulturveranstaltungen genutzt wird. Natürlich erfährt der Gast auch, wie hier einst Getreide gemahlen wurde.

Paradies der Hobbygärtner

Es geht weiter in Richtung Süden. Zunächst durchqueren wir die Gubener Fließlandschaft, um dann das Paradies aller Hobbygärtner zu erreichen. Rund um den Ferdinand-Winkler-Parkweg finden wir gleich drei traditionsreiche Kleingartenanlagen: "Süd-West", "Am Wasserwerk" und "Kaltenborner Eck". Auch zu den Anlagen "Wiesengrund" und "Krähenbusch" ist es nicht weit. Hier finden Hunderte Gubener Erholung. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die Gaststätten der jeweiligen Vereine.

Unmittelbar an die Gartenanlagen schließen sich auf der rechten Seite die Anlagen des Sportzentrums Kaltenborner Straße und auf der linken Seite die Schwimmhalle an. Apropos Kaltenborner Straße: In sie biegen wir nun am Ende der Mühlenstraße rechts ab und erreichen nach wenigen Metern den gleichnamigen Ortsteil. Zunächst lassen wir die Blumensiedlung, in der die Straßen nach Tulpen, Dahlien und Kornblumen benannt sind, links liegen. Kurz darauf folgt ebenfalls linker Hand die Buswendeschleife. Anschließend geht es nach rechts in den Ortskern von Kaltenborn. Das einst eigenständige Dorf gehört seit 1950 zu Guben. Rund 450 Einwohner leben hier aktuell. Nach etwa 300 Metern, direkt an der einstigen Gaststätte "Quellhütte", biegen wir nach links ab. Von hier aus geht es nun ein schönes Stück fast schnurgeradeaus. Auf der rechten Seite erstrecken sich weitere Kleingärten, ehe wir das Gubener Ortsausgangsschild erreichen. Nach etwas mehr als 100 Metern entdecken wir direkt neben dem Weg genau jene Quelle, die Namensgeber für die eben genannte Gaststätte war.

Weiter geht es ganz leicht bergan. Rechts erstrecken sich die Kaltenborner Berge. Ihre höchste Erhebung ist die Kahle Glatze mit 116 Metern, von der aus man einen schönen Ausblick auf die Region hat. Wir jedoch schreiten weiter geradeaus. Die einzige Schleife, die der Weg jetzt macht, wurde erst vor wenigen Jahren angelegt, damit Passanten die neue Ortsumgehungsstraße von Guben unterqueren können. Einige Hundert Meter weiter tauchen auf der linken Seite die Gleise der Bahnstrecke von Guben nach Cottbus auf. Wir wandern parallel zu den Bahnanlagen und kommen nach einer Weile zu einer Gabelung. Rechts geht es zum Deulowitzer See, wir aber wählen den Weg nach links, um zunächst durch die Bahnunterführung zu laufen und nach wenigen Minuten die nächste Gabelung zu erreichen. Würden wir nach links gehen, kämen wir nach rund zwei Kilometern in den Gubener Ortsteil Schlagsdorf. Unser Weg führt aber nach rechts. Jetzt ist es nicht mehr weit bis Kerkwitz.

Das Dorf mit seinen rund 500 Einwohnern gehört zur Gemeinde Schenkendöbern. Im Sommer 2012 feierte es sein 555- jähriges Bestehen. In die Schlagzeilen geriet Kerkwitz seit dem Jahr 2007, weil es gemeinsam mit den benachbarten Dörfern Grabko und Atterwasch dem Tagebau Jänschwalde-Nord weichen müsste, falls dieser, wie geplant, tatsächlich erschlossen wird. Deshalb findet der Besucher an zahlreichen Gehöften im Ort Transparente, mit denen die Bewohner gegen diesen Tagebau protestieren. Doch auch mit den jährlich stattfindenden Reit- und Springturnieren oder den Ausstellungen des Kleintierzüchtervereins hat sich das Dorf über die Gubener Region hinaus einen Namen gemacht.

Traditionsreicher Dorfkrug

Mit der Ortsmitte wird zugleich eine der traditionsreichsten Gaststätten im Gubener Land erreicht: der "Dorfkrug". Er ist beispielsweise Anlaufpunkt für viele Herren der Umgebung auf ihren Männertagstouren. Kurz nach der Ortsmitte erhebt sich linker Hand die Kerkwitzer Kirche (siehe: Am Wegesrand). Nach weiteren 200 Metern wählen wir den unbefestigten Weg, der schräg rechts von der Hauptstraße abzweigt, und erreichen dann schon bald die Verbindungsstraße von Groß Gastrose nach Kerkwitz. Auf diese biegen wir rechts ab und kommen so direkt zum Kerkwitzer Bahnhof.

Natürlich hätten wir auch noch einen Abstecher zum Deulowitzer See machen und von dort aus nach Guben zurückwandern können. Aber die Tage im Herbst werden immer kürzer. Und so warten wir auf den nächsten Zug, der uns nach Guben bringt, und zwar stündlich jeweils zur 37. Minute.

Nach ganzen sieben Minuten steigen wir dann auf dem Gubener Bahnhof aus, im Gepäck jede Menge herbstliche Impressionen aus dem Gubener Land.

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Mit dieser Wandertour endet unsere Serie.