Das Gericht hatte den 21-jährigen Mann zu zehn Jahren Haft und die 20-jährige Kindesmutter zu sieben Jahren Jugendhaft wegen gemeinschaftlichen Totschlags durch Unterlassen verurteilt. Das Urteil vom 15. August ist noch nicht rechtskräftig. Vergangene Woche hatte die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt (die RUNDSCHAU berichtete).
Die Anklagebehörde hatte für die Eltern höhere Strafen und eine Verurteilung wegen Mordes durch Unterlassen beantragt. Das Kind war im Februar im Alter von sechs Monaten gestorben. Laut Urteil sollen die Eltern das Kind unregelmäßig ernährt und den immer schwächer werdenden Jungen aus Angst vor sozialer Ächtung auch keinem Arzt vorgestellt haben.
Die Richter erhoben zudem Vorwürfe gegen das städtische Jugendamt, das die Kindesmutter bis zu ihrer Volljährigkeit betreut hatte. Noch als Minderjährige war die junge Frau mit Wissen des Amtes zu einem 32-jährigen Mann gezogen. Dieser hatte als Zeuge vor Gericht gesagt, es habe eine sexuelle Beziehung gegeben. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft. (dpa/mb)