"Da ist der Zünder abgebrochen", sagt der LKA-Sprengstoffexperte Axel Brehm, in der Hand einen verstümmelten China-Böller, Modell "Cobra". Beim amtlichen Probe-Knallen auf dem Polizei-Parkplatz am Montagmorgen hat Cobra versagt, kein Mucks. Kann aber auch anders ausgehen, weiß Brehm: "Dann ist die Hand ab, klarer Fall." Modell Viper geht wenigstens hoch, und dabei schmerzhaft auf die Ohren.

Beide Modelle sind europaweit verboten, werden aber jetzt schon für das anstehende Silvester verkauft. "Die kommen von Straßenmärkten in Polen und Tschechien", sagt LKA-Mann Brehm, "die kann aber auch jeder ganz einfach übers Internet bestellen." Doch wer mit solch illegaler Pyrotechnik Schaden anrichtet, muss mit Schadenersatz-Zahlungen bis zu mehreren Tausend Euro rechnen.

Insgesamt 954 Feuerwerks-Delikte registrierte die Polizei rund um den letzten Jahreswechsel. Die Palette reicht vom Abfackeln nicht zugelassener Ware über Körperverletzungen und Brandstiftungen bis hin zum Böller-Klau. Auch ein Fall von Tierquälerei mittels Böller war dabei. Im Vergleich waren das insgesamt zwölf Straftaten mehr. "Das sind aber nur die Fälle, die zur Anzeige kamen", sagt LKA-Präsident Jörg Michaelis. "Wir gehen davon aus, dass die Dunkelziffer höher liegt." Knapp 60 Prozent dieser Delikte führten zur Sachbeschädigung. Immerhin: Zu schwerer Körperverletzung durch unsachgemäßes Böllern kam es Silvester 2013 nur 17 Mal - statt 29 im Jahr davor.

Erheblicher Schaden wird von den Knallern verursacht, die in Deutschland nicht zugelassen sind. Diese illegale Pyrotechnik kommt üblicherweise aus China und wird von polnischen und tschechischen Händlern vertickt. Auch kleine Knallkörper können verheerend wirken, dank dubioser Stoffgemische.

Entscheidend ist indes laut LKA nicht die Herkunft, sondern ein ordentliches Prüfverfahren. Ein solches "Konformitäts-Bewertungsverfahren" muss jede regulär verkaufte Rakete, jedes Tischfeuerwerk und jeder Böller durchlaufen haben. Ist der Test bestanden, bekommt der Artikel die Gütesiegel "CE" oder "BAM". Daran sollte sich halten, wer für Silvester einkauft. Die Polizei rät von Produkten ab, die diese Kennzeichnung nicht haben.

Für im Ausland erstandenes Feuerwerk gilt neben dem CE-Zeichen die sogenannte Feuerwerkskategorie. In Deutschland dürfen nur Böller der Kategorien 1 und 2 ohne Erlaubnis abgebrannt werden. Bei grundsätzlich allen Produkten sollte die Gebrauchsanweisung befolgt werden. Blindgänger sollten liegen gelassen werden.