So müssten unter anderem Erkenntnisse zum Agieren krimineller Müllschieber analysiert und mehr Mitarbeiter für die Kontrollen eingesetzt werden, erklärte die Landesvorsitzende Ska Keller gestern in Potsdam. Der illegal verscharrte Müll sei eine Zeitbombe für die Umwelt und könne Kommunen in den finanziellen Ruin führen. Schließlich seien aufgeflogene Firmen oft insolvent, und Gemeinden müssten für millionenteure Bodensanierungen aufkommen.

Mehrere Müllskandale hatten in den vergangenen Monaten im Land für Schlagzeilen gesorgt. Unlängst wurde ein 53-jähriger Verdächtiger verhaftet. Der Inhaber eines Entsorgungsfachbetriebes soll fast 170 000 Kubikmeter Müll auf Altdeponien illegal entsorgt haben. Insgesamt führt allein die Potsdamer Staatsanwaltschaft eine handvoll Verfahren zu dem Müll-Komplex.

Aus Sicht Kellers müssten die jüngsten Müllskandale von der Landesregierung von zentraler Stelle ausgewertet werden. "Allein bei der Genehmigungspraxis gewinnt man derzeit den Eindruck, dass es das Landesbergamt und die unteren Abfallbehörden Kriminellen zu leicht machen", kritisierte die Grünen-Vorsitzende. So sei auch zu klären, ob in den Behörden genug gegen Korruptionsversuche getan werde. Die Neuruppiner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Mitarbeiter des Landesbergbauamtes wegen des Verdachts der Bestechlichkeit.

Keller appellierte außerdem an die Landesregierung, im Bundesrat eine Novellierung des Abfallwirtschafts- und Kreislaufgesetzes auf den Weg zu bringen. "Künftig müssen die Wege von Mülllieferungen genauso nachvollziehbar sein, wie das heute schon bei gefährlichen Chemikalien der Fall ist."dpa/das