Nur der Landkreis Elbe-Elster und die Landeshauptstadt Potsdam haben Mittel aus einem im vergangenen Jahr aufgelegten Förderprogramm der Investitionsbank des Landes Brandenburg zum Bau von Flüchtlingsunterkünften beantragt. Aus dem zehn Millionen Euro schweren Fördertopf seien bisher erst 3,5 Millionen Euro in Form von zinslosen Krediten abgerufen worden, sagte der Vorstandsvorsitzende der ILB, Tillmann Stenger, am Freitag in Potsdam. Dies sei "bislang wenig". Auch der Aufsichtsratsvorsitzende der ILB, Finanzminister Christian Görke (Linke), zeigte sich von der geringen Nutzung überrascht. Das Land wolle, dass die Kommunen die zinslosen Kredite der ILB, die eine Laufzeit von zehn Jahren haben, stärker zur Finanzierung von Flüchtlingsunterkünften in Anspruch nehmen.

Insgesamt zog die Förderbank des Landes im 25. Jahr ihres Bestehens eine positive Bilanz. Im Jahr 2015 erhöhte die ILB ihr Fördergeschäft nach Angaben Stengers um 14 Prozent auf nun 1,45 Milliarden Euro. Damit wurden insgesamt 4309 Projekte in den Bereichen Wirtschaft, Arbeit, Infrastruktur und Wohnungsbau unterstützt.

"Unsere Förderzusagen werden insgesamt zu Investitionen von 2,1 Milliarden Euro führen", sagte Stenger. Das eigene Ergebnis der Bank lag trotz schwacher Zinsen bei 48,4 Millionen Euro. Daraus konnte das Eigenkapital der Bank um 35 Millionen Euro erhöht werden. 7,5 Millionen Euro flossen in den ILB-Förderfonds, mit dessen Hilfe die "Brandenburg-Kredite" mit denen etwa Investitionsvorhaben für Existenzgründer im ländlichen Raum oder mittelständische Betriebe gefördert werden, finanziert werden.

Zu den am stärksten von der ILB geförderten Unternehmen zählen die Prenzlauer Firma Boryszew, die für die Errichtung eines Werks für Autoteile rund 4,1 Millionen Euro erhielt sowie die Gubener Megaflex Schaumstoff GmbH, die 4,3 Millionen Euro für ein Werk für Möbelteile und Schaumstoffe für Matratzen erhielt.