Jürgen Brückner, Behindertenbeauftragter des Landkreises, freut sich, dass im Rahmen des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen so eine Woche initiiert werden konnte. Gerade die unterschiedlichen gesellschaftlichen und sozialpolitischen Entwicklungen in den beteiligten Ländern würden für die Stellung der behinderten Menschen eine große Rolle spielen. Unterschiedliche gesetzliche Rahmenbedingungen beeinflussen die Lebensbedingungen behinderter Menschen und bestimmen die Behindertenpolitik in den Ländern. Das Leben selbst finde aber in den Kommunen statt. Deshalb seien dort auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für das Leben behinderter Menschen und deren Integration vor Ort zu gestalten. Das sei aktuell die Herausforderung, beschrieb der Behindertenbeauftragte.
„Barrierefreies Leben heißt doch nicht nur, dass man problemlos von A nach B kommt. Das schließt den Zugang zur Rehabilitation genau so mit ein wie den zum gesellschaftlichen Leben überhaupt“ , lenkte Jürgen Brückner die Aufmerksamkeit auf den Kernpunkt. Die größte Schwachstelle sei dabei immer wieder „das liebe Geld“ . Weil das oft fehle, würde die Umsetzung vieler guter Ideen in Frage gestellt. „Ich habe Angst, dass dann an der falschen Stelle gespart wird“ , brachte er es auf den Punkt.
Genau solche Ängste und Befindlichkeiten werden bei den verschiedenen Gesprächsrunden im Rahmen dieser Woche sicher öfters zutage treten. Schwerpunkte der Begegnungen sollen sein: die Initiative zur „barrierefreien Stadt“ , das Unterstützungsmanagement zur Teilhabe und zur Rehabilitation behinderter Menschen in den Kommunen sowie die Stellung der behinderten Menschen in der Gesellschaft.

Ein Blick auf das Programm Abwechslungsreich und thematisch anspruchsvoll
Montag: Vorstellung der Teilnehmer mit Informationen und Momentaufnahmen aus ihrem Leben.

Dienstag:
Unterstützungsmanagement zur Teilhabe und Rehabilitation behinderter Menschen mit Besuch z.B. der Elsterwerkstätten, der Förderschule für geistig Behinderte oder des Therapiezentrums

Mittwoch:
Erstellung eines Problemkataloges der Teilnehmer mit Vorschlägen für eine barrierefreie Kommune mit anschließendem Besuch in der Stadt Herzberg

Donnerstag:
Studienfahrt nach Potsdam unter dem Thema „Transformationsprozesse in Europa“ mit Besuch des Landtages und Gesprächen mit Politikern

Freitag:
Die Stellung Behinderter in der Gesellschaft mit Eröffnung einer Ausstellung der Mal-AG des Berufsbildungswerkes für Blinde und Sehbehinderte Soest