Die IHK Cottbus verlangt von der neuen rot-roten Landesregierung eine veränderte Sicht auf die Brandenburger Regionen jenseits der Landeshauptstadt. "Die auf Potsdam zentrierte Politik der zurückliegenden Jahre muss daraufhin überprüft werden, ob sie den Belangen des gesamten Landes gerecht geworden ist", sagte am Wochenende Hauptgeschäftsführer Wolfgang Krüger im Interview mit der LAUSITZER RUNDSCHAU.

Krüger sagte allerdings auch, es sei mit der Forderung nach mehr Geld nicht getan. In den Regionen selbst müsse ein Umdenken einsetzen. "Sie müssen sich fragen: Was können wir aus eigener Kraft und in eigener Verantwortung selber tun?"

Die Lausitz befindet sich nach Ansicht Krügers in einer guten Ausgangsposition. Im Bereich des produzierenden Gewerbes läge die Lausitz über dem Bundesdurchschnitt. Der industrielle Kern müsse jedoch weiter gestärkt werden. Das ginge nur, indem die Unternehmen stärker mit den Wissenschaftseinrichtungen des Landes kooperierten. Wirtschaftsförderung sei auch Wissenschafts- und Bildungspolitik.

Krüger forderte, die Brandenburger Industriekonferenz in Verbindung mit der BTU Cottbus-Senftenberg dauerhaft in Cottbus zu etablieren. Zugleich mahnte der IHK-Hauptgeschäftsführer Konsequenzen an. "Die spannende Frage ist: Was folgt aus den Konferenzen?" Die Industriekonferenz Brandenburg fand im Sommer 2014 statt und wurde vom Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten und einer Reihe von Partnern veranstaltet. 240 Gäste, davon die Hälfte Unternehmer, informierten sich über praxisnahe Lösungen aus den Bereichen Fachkräftesicherung, Innovationsförderung sowie Energie- und Ressourceneffizienz.

Interview Seite 4