Die IG BCE will die Braunkohle als Brückentechnologie sichern und bringt einen Fonds ins Gespräch: Darin sollen Verstromer wie RWE, Mibrag und der Käufer der Lausitzer Braunkohle Kraftwerke und Tagebaue samt Rückbau-Verpflichtungen einbringen. Das könne helfen, "die notwendigen Rücklagen für Rückbau und Rekultivierung zu schaffen und zu sichern", sagt IG BCE-Chef Vassiliadis. Man sei bereits mit Ministern in Bund und Ländern im Gespräch.

Die Konzerne sollen Betreiber der Anlagen bleiben und dafür Geld vom Fonds erhalten. Als Finanziers sollen langfristig orientierte Investoren wie Pensionsfonds gefunden werden. Die Politik müsse verlässliche Rahmenbedingungen schaffen.

Auf ähnliche Weise wurde einst die RAG-Stiftung zum Ausstieg aus der Steinkohle-Förderung organisiert. 2014 hatte Vassiliadis bereits eine nationale Steinkohle-Verstromungs-AG gefordert.

Der Gewerkschafts-Chef geht davon aus, dass die Braunkohle bis 2047 als Brückentechnologie benötigt wird: "Nach dem Ausstieg aus der Kernenergie in 2022 bleibt die Kohleverstromung für mindestens 25 Jahre unverzichtbar für eine sichere Stromversorgung." Allerdings werde Braunkohle nur noch 15 Jahre lang Geld verdienen. Diese Gewinne sollten also nicht ausgeschüttet werden.

Zugleich baut die Gewerkschaft eine Hintertür in Richtung staatlich organisierter Hilfe ein: Sollte das angesammelte Geld nicht reichen, soll nach den Plänen der Stromkunde über höhere Netzentgelte dafür zahlen, dass man die benötigten Braunkohle-Blöcke am Netz halten kann.