Mit 29,7 Prozent ist die Industrie in der Lausitz an der Bruttowertschöpfung in der brandenburgisch-sächsischen Region beteiligt. Das liegt deutlich über dem Durchschnitt der ost- (22,8 Prozent) und der westdeutschen Flächenländer (26,8).

Da in der Industrie zudem 23,2 Prozent aller Beschäftigten der Region tätig sind, gelangt eine Studie des Institutes für Wirtschaftsforschung (Ifo) Dresden, die am Montag in Cottbus vorgestellt wurde, zu der Schlussfolgerung: Die Lausitz habe bisher ein klares industrielles Profil neben der Braunkohle entwickelt. "Jetzt kommt es darauf an, die industriellen Kerne zu stärken", betont Prof. Joachim Ragnitz, mit Blick auf Zukunftsrisiken. Der bis 2030 in der Lausitz zu verzeichnende dramatische Fachkräftemangel zwinge vor allem zu höherer Produktivität, erklärt Ragnitz.

Für den Chef der Wirtschaftsinitiative Lausitz (WiL) Hermann Borghorst, "hat die Lausitz ohne starke Industrie keine Zukunft". Auf Dienstleistungen zu setzen sei "Illusion". Gefragt seien vielmehr Weichenstellungen in der Politik für eine von der WiL geforderte länderübergreifende Wirtschaftsförderung. Gefordert sei aber auch eine stärkere Vernetzung von Hochschulen und Wirtschaft, um anwendungsorientierte Entwicklungsarbeit zu stärken.

Wirtschaft Seite 7

Mehr zur Ifo-Studie:

www.wil-ev.de