Was die IBA anlässlich des Starts in ihr Finaljahr auf die Beine stellen möchte, ist typisch IBA: ein wenig verrückt, dafür auf jeden Fall künstlerisch wertvoll und anders als alles andere.

Die Besucher dürften sich zunächst über drei hochkant gestellte Container wundern, die dort sonst nicht zu finden sind. Sie sind bereits weit vor den Terrassen sichtbar. Ziel ist es, so Joachim Engstfeld, die Gäste vor allem auch mitten ins Geschehen zu locken. Sie nähern sich damit langsam dem Herzstück der 270 Meter langen Ausstellung. So lang sind die IBA-Terrassen. Im ersten Container läuft der Imagefilm der Bauausstellung als Appetitmacher für das, was später kommt. In einer der anderen Container vollzieht sich dann die Metamorphose der Lausitz von der Industrielandschaft zur Seenlandschaft.

Auch der darauf folgende Höhepunkt hat mit Wasser zu tun. Vor dem Haus 1 erwartet die Gäste eine überdimensionale Seenlandschaft. Zehn Einzelteile, die der Großräschener Metallbauer Eberhard Kubiak erschaffen hat, liefern einen ersten Eindruck von der Riesenhaftigkeit des entstehenden Seenlandes – vor dem Hintergrund des sich langsam füllenden Ilse-Sees. Fünf der zehn Seenmodelle, die insgesamt 19 mal neun Meter groß sind, werden mit Wasser gefüllt sein.

Im Haus 1 bittet die Bauausstellung dann zu Tisch. An einer riesigen Tafel, garniert von Kronleuchtern an der Decke, bekommen die Besucher ein ganz besonderes Menü serviert. Es sind die sieben Paradies-Projekte der IBA. Mit angedeuteten Tellern und Besteck sollen Entdecker die Köstlichkeiten an 14 Plätzen konsumieren und miteinander ins Gespräch kommen. Umrahmt werden sie mit Bildern von IBA-Touren sein, unter anderem mit „der Reise zum Mars“.

Auf dem Weg zum Haus 2 erwartet den Gast eine weiße Überraschung. Die IBA-Macher haben der Telekom zehn Telefonzellen abgerungen und funktionieren diese zu Meilensteinen der Geschichte der Lausitzer Bauausstellung um. Dort bekommen die Besucher laut Joachim Engstfeld von der Konzeptentwicklung über einen ersten Internationalen Workshop bis zum ersten IBA-Großereignis – der Einweihung des Besucherbergwerks F 60 bei Lichterfeld im Elbe-Elster-Kreis – einen Überblick über zehn Jahre Abenteuer in der Lausitz. Eine Telefonzelle erhält durch ein Weidengeflecht das Aussehen einer frühzeitlichen Festung. Sie steht für die Slawenburg Raddusch (Oberspreewald-Lausitz). Vier der zehn weißen Meilensteine sind begehbar.

Im Haus 2 erwartet Gäste ein Überblick über alle 30 Projekte, denen sich die Internationale Bauausstellung zwischen 2000 und 2010 gewidmet hat. Es ist das Haus der 30 Säulen.

Auf dem Weg zum Haus 3 ist der Besucher nach dem Konsum von Info-Containern, Seenlandmodell, Meilensteinen und den 30 Projekten der IBA bereit für Entspannung. Liegestühle und ein Sandstrand laden dazu ein, das Erlebte und den Ilse-See vor der Nase auf sich wirken zu lassen. Den Abschluss der „Festmeile“ bietet das Haus 3 mit Kaffee und Film. Wer diese Ausstellung erkundet hat, ist jedoch noch nicht am Ende. Beim 270 Meter langen Rückweg hat der Besucher die Chance, noch einmal ein Stück IBA-Geschichte mitzunehmen. Sascha Klein