29,4 Millionen Euro investieren Land und Stadt in das in dieser Form einmalige Museum. Davon kommen rund 3,8 Millionen Euro als Förderung des Bundes über das Aufbauprogramm "Kultur in den neuen Ländern" . Nicht enthalten in dieser Summe sind die rund sechs Millionen Mark, die die Sanierung des Kopfbaus Süd kostete. Dennoch sucht das Museum noch dringend nach Sponsoren. Das Geld reicht nämlich nicht für die Wiederherstellung des Festsaals, der aber für Veranstaltungen dringend benötigt wird.

Noch läuft der Betrieb
Noch läuft der Betrieb, allerdings mit Einschränkungen. Am 22. November wurde die Sonderausstellung "Mensch und Tier. Eine paradoxe Beziehung" eröffnet. Die Ausstellung greift das vielschichtige und oft auch schwierige Verhältnis zwischen Zwei- und Vierbeiner auf, vor allem die Welten, die zwischen "Turbosau" und "Hätschelhund" liegen. Bis 10. August kommenden Jahres ist diese Ausstellung nicht nur für Tierfreunde geöffnet. Dann sind die Bauarbeiten so weit abgeschlossen, dass die Dauerausstellung umziehen und der südliche Seitenflügel restauriert werden kann.

Drei Monate geschlossen
Während des Umzugs bleibt das Museum allerdings mindestens drei Monate geschlossen. Dann werden auch die Hochwasserschäden beseitigt sein, die überwiegend durch Grundwasser entstanden. Der Schaden wird auf 1,2 bis 1,3 Millionen Euro geschätzt. 2004 - so hofft Wingender - steht das sanierte Haus bis auf den Kongresssaal wieder komplett zur Verfügung. Geplant ist, den jetzigen "Steinsaal" zum Foyer umzuwandeln.
Insgesamt verfügt das Haus über knapp 10 000 Quadratmeter Nutzfläche. Die neue Dauerausstellung wird sich auf vier Säle mit je einem großen Themenbereich verteilen. Die Generalthemen sind "Der gläserne Mensch" nach dem gleichnamigen Ausstellungsstück, "Leben und Sterben" , "Essen und Trinken" sowie "Menschliche Sexualität" .
Erste Sonderschau nach der Schließung ist die Wanderausstellung "Science & Fiction" der Volkswagenstiftung. Es folgen "Die Zehn Gebote" . Diese Ausstellung beleuchtet das Verhältnis des Menschen zu seiner Umgebung auch aus philosophischer und theologischer Sicht.
Als gelungen sieht Wingender das Stiftungsmodell an. Seit 1999 ist das Hygiene-Museum mit Grundstück, Gebäude und Innenausstattung samt Exponaten nämlich kein Regiebetrieb des Landes mehr, sondern Eigentum einer Stiftung, an der neben dem Land und der Stadt Dresden auch der Bund und die Deutsche Krankenversicherung beteiligt sind.

Jahresrhythmus entfällt
Wichtig ist für Wingender vor allem, dass die finanziellen Zuwendungen nun nicht mehr von der jeweiligen Haushaltslage der öffentlichen Hand abhängig sind. Vor allem der Jahresrhythmus entfällt. "Für eine teuere Sonderausstellung können wir sparen, ohne dass die Mittel im Jahr darauf gekürzt werden" , erklärt Wingender.