Diesen Zuwachs verdanke das Land in erster Linie dem Zuzug junger Familien aus Berlin und Zuwanderern aus den osteuropäischen EU-Staaten. Nach der jüngsten Bevölkerungsprognose soll die Zahl der Brandenburger dann aber auf 2,3 Millionen im Jahr 2030 und 2,2 Millionen im Jahr 2040 sinken.

Die neue Prognose war mit Spannung erwartet worden, weil die Landesregierung wegen des Rückgangs der Bevölkerung die Verwaltung straffen will. Statt der 14 Landkreise und vier kreisfreien Städte soll es nach 2019 nur noch zehn regionale Verwaltungen geben. Dagegen gibt es heftigen Widerstand von Kommunalpolitikern und Bürgern. Die Prognose könnte Forderungen unter anderem von der CDU-Opposition Auftrieb geben, wegen der Belastung der Kommunen mit den Tausenden Flüchtlingen die Reform zumindest zu verschieben.

Zudem ist es unklar, welche Auswirkungen der Zuzug der Flüchtlinge auf die Entwicklung hat. "Die Zuwanderung von Asylsuchenden ist nicht seriös zu prognostizieren", sagte Paffhausen. Daher haben die Statistiker eine zweite Rechnung aufgemacht, mit der Annahme, dass der Zustrom von rund einer Million Flüchtlinge in diesem Jahr in den Folgejahren nur langsam abflaut. "Dann wäre der Bevölkerungsverlust deutlich geringer, bis 2040 wären es dann 2,3 Millionen statt 2,167 Millionen Bürger", sagte Paffhausen.

Wegen dieser Unsicherheit solle die Prognose in kürzeren Abständen aktualisiert werden, sagte Regierungssprecher Andreas Beese. Sollten sich im Frühjahr deutliche Veränderungen bei den Flüchtlingszahlen zeigen, solle auch die Prognose aktualisiert werden.

Weiterhin verlassen besonders viele junge Brandenburger im Alter zwischen 18 und 30 Jahren das Land. Dafür registrierte das Statistikamt zwischen 2009 und 2013 einen deutlichen Zuwachs bei den jungen Menschen und bei älteren Bürgern zwischen 30 und 45 Jahren. "Dies liegt unter anderem an den niedrigen Zinsen, die junge Familien dazu motivieren, sich vor allem im Berliner Umland den Traum vom eigenen Heim zu erfüllen", erläuterte Paffhausen. So wachsen vor allem die Gemeinden im Speckgürtel: Im Jahr 2040 sollen dort knapp eine Million Menschen leben - und 1,2 Millionen im ländlichen Raum.