Nach Recherchen des Autors Giselher Spitzer waren etwa 3000 inoffizielle (IM) und gut 660 hauptamtliche Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) mit dem Thema befasst. Pro Jahr gerieten etwa 100 000 Sportler, Funktionäre und Angehörige ins Visier.
"Ohne Stasi wäre die Vielzahl der DDR-Medaillen nicht errungen worden - die starke Position des Hochleistungssports in der Welt wäre ohne das Ministerium für Staatssicherheit nicht gehalten worden", sagte Spitzer und verwies unter anderem auf Zwangsdoping.
Die Studie habe auch neue Fakten zum Kinderdoping ergeben. Demnach sei Doping mit der Nahrung verabreicht worden, im Kinderturnen und -eislaufen sowie im Gewichtheben habe es Anabolika gegeben. Offensichtlich habe die Stasi es auch befördert, dass das Verbot von STS-Dopingmitteln (Hormonpräparate) ausgesetzt wurde.
Das MfS sei wie das Zwangsdoping ein "tragender Bestandteil" des Sportsystems der DDR gewesen, lautete ein Fazit von Spitzer. Viele Sportler hätten sich aber einer Mitarbeit für die Stasi verweigert. Spitzer geht davon aus, dass die IM-Anwerbung nur in einem von drei Fällen erfolgreich war. Eine solche Weigerung zur Zusammenarbeit sei nicht bestraft worden. "Es ist also völlig falsch, dass man sich einer IM-Werbung nicht entziehen konnte." Bei fünf Prozent der Sport-IM sei unter Druck eine Mitarbeit erzwungen worden. 95 Prozent hätten diese Tätigkeit bewusst genutzt, um ihre Karriere zu fördern, Geld oder Privilegien zu erlangen. (dpa/uf) Informationen im Internet: www.bisp.de