Eine Adria-Fähre mit knapp 500 Menschen an Bord hat vor der griechischen Insel Korfu Feuer gefangen. Hunderte Menschen mussten am Sonntag stundenlang auf dem brennenden Schiff ausharren und warteten verzweifelt auf Hilfe. Die Retter kamen bei stürmischem Wind und Wellen kaum voran und konnten nicht an Bord. Bis zum Abend konnten laut griechischer Küstenwache 160 Menschen gerettet werden. An Bord der "Norman Atlantic" waren auch 18 Deutsche.

Das Schiff war auf dem Weg von Patras in Griechenland nach Ancona in Italien. Zuletzt befand es sich vor der albanischen Küste. Vermutlich entzündete sich das Feuer in den frühen Morgenstunden im Autodeck. Der Grund dafür ist noch unklar. Das Feuer breitete sich schnell über das Schiff aus, Augenzeugen schilderten im griechischen Rundfunk die Hitze und die Verzweiflung an Bord. "Der Boden brannte, als wir zum Rettungsboot gingen", sagte eine gerettete Frau.

Zum Zeitpunkt des Unglücks befand sich das Schiff etwa 44 Seemeilen nordwestlich von Korfu. Eine andere Adria-Fähre und mehrere Frachter, die in der Nähe waren, eilten zur Hilfe. Am Nachmittag teilte das griechische Ministerium für Handelsschifffahrt mit, die Menschen würden einzeln ausgeflogen. Die meisten Passagiere stammten aus Griechenland. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, im Kontakt mit den Botschaften in Rom und Athen zu stehen.

Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf den Kapitän, die brennende Fähre treibe in Richtung Albanien. Das Schiff sei manövrierunfähig.

Passagiere meldeten sich via Handy und schilderten im Radio ihre Notlage. "Niemand kann etwas machen", sagte ein Mann an Bord dem griechischen Radiosender Skai. "Die Leute sind verzweifelt und schreien" sagte ein weiterer Zeuge. Thema des Tages Seite 3