Eine der Auszeichnungen erhalten die AG Asylsuchende Pirna, die AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus, der Verein Augen auf Zittau/Löbau, das Bunte Bürgerforum Limbach-Oberfrohna, das Bündnis für Demokratie der Zwickauer Region, der Dokumentationsdienst chronik.LE Leipzig, die Satire-Kampagne Firma Klausels aus Löbau, die Initiative Bunter Schall als Widerhall aus Vierkirchen, die RAA Hoyerswerda und der Verein Sprungbrett aus Riesa.

Der Förderpreis wird von der Amadeu Antonio Stiftung, der Freudenberg Stiftung und der Sebastian Cobler Stiftung für Bürgerrechte verliehen. Den Angaben zufolge bewarben sich 67 Initiativen. Die rege Beteiligung zeige, dass der neue Bürgerpreis der Landesregierung den etablierten Förderpreis für Demokratie nicht ersetzen könne, erklärte die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, Anetta Kahane.

Der Freistaat Sachsen und die Stiftung Frauenkirche zogen sich im Sommer aus der Vergabe des Förderpreises für Demokratie zurück. Über dessen Verleihung kam es zum Streit. Der Freistaat verlangt von staatlich geförderten Demokratie- und Anti-Nazi-Initiativen eine schriftliche Treuebekundung zum Grundgesetz. Die Amadeu Antonio Stiftung lehnt dies als Gängelung ab. Anstelle des Förderpreises vergab der Freistaat im Oktober erstmals einen Bürgerpreis für soziales und kulturelles Engagement.

Vor der Verleihung des Förderpreises ist am 9. November im Hygiene-Museum eine Podiumsdiskussion zum Thema „Staat und Zivilgesellschaft“ geplant. Als Teilnehmer sind unter anderen der Musiker Sebastian Krumbiegel und der frühere hessische Grünen-Politiker und Vorsitzende der Cobler Stiftung, Rupert von Plottnitz, angekündigt. Eingeladen ist auch der Jenaer Jugendpfarrer Lothar König. Gegen ihn wird nach den Dresdner Anti-Nazi-Demonstrationen wegen Landfriedensbruchs ermittelt.